Happy Green Family

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Zwei Frauen beschließen, der Trübsal ihres Lebens und dem Elend der Welt ein Ende zu bereiten und in einer nächtlichen Aktion knapp eine Million Hühner aus einer riesigen Legebatterie in der US-amerikanischen Provinz zu befreien. Für die Umsetzung ihres abenteuerlichen Plans stellen sie ein kurioses Team aus lauter schrägen Figuren zusammen: von militanten Tieraktivisten über einen entlassenen Undercover-Ermittlungschef bis zur Großbauerntochter. Aber die Aktion nimmt einen völlig anderen Verlauf als geplant, denn nicht alle Beteiligten halten sich an die Absprachen …
Die Hühnerliebhaberin und -spezialistin Deb Olin Unferth hat einen ebenso philosophischen wie humorvollen, überbordend erfindungsreichen und psychologisch genauen Roman geschrieben. Ein lauter Abgesang auf die Ödnis des Mittleren Westens und den Horror der Agrarindustrie – und eine begeisterte Hymne an Menschen, die ihre Illusionen verloren haben und dennoch oder gerade deswegen die Welt retten wollen.

Autor: Deb Olin Unferth ISBN: 978-3-8031-3344-1 Kategorie: Schlüsselworte: , , ,
Wagenbach , 2022
Softcover , 288 Seiten
Produkt-ID:7293

1 Bewertung für Happy Green Family

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Ulli Jaksch

    Hühner werden uns alle überleben. Das kommt von ihrem uralten Reptiliengehirn und der wilden Vogelmentalität, die nicht einmal vom Missbrauch durch die Menschen gebrochen werden kann. Das prognostiziert Deb Olin Unferth in ihrem neuen Buch.
    Das Ganze beginnt als Cleveland ein Huhn entnimmt. Und zwar so: Als übergenaue Legehennenbetriebsprüferin. handelt sie illegal, als sie ein freilaufendes Huhn (das dürfte gar nicht sein!), während einer ihrer Überprüfungstouren auf den Rücksitz verfrachtet und später anonym zu einem Tierschützer-Stützpunkt bringt. Was sie dazu bewegt, weiß sie nicht, es bleibt jedoch nicht das einzige Huhn. Sie findet eine Verbündete (das dürfte erst recht nicht sein); Janey, ebenso Betriebsprüferin. Vom Leben frustriert und entmutigt entwickeln die beiden einen Plan, nämlich 900 000 Hühner zu retten. Sie zu „entnehmen“, darauf beharrt Cleveland; sie zu „befreien“ entspricht Janeys Vision.
    Das Ganze spielt in Amerikas (angeblich todlangweiligem) Mittelwesten. Er wird in diesem Fall bevölkert von seltsamen (durchgeknallten) Typen. Eine charismatische Anstifterin (die sich zuvor seit Jahren in einen chemieverseuchtes Territorium zurück gezogen hat), eine höchst charmanter (wenn nüchtern), gekündigter Tierschützer-Anführer, ein (ohne Erfolg) ausgestiegener Planer von Aktionen dieses Bereiches, aktivieren mehr als vierhundert sogenannten Ermittler in Tierhaltungsvergehen. Dazu kommen LKWs (viele), Gnadenhöfe und Tierschutzeinrichtungen, die sich glattweg (und vergeblich) weigern, Tausende von Hühnern aufzunehmen und die beiden unerschütterlichen Betriebsprüferinnen. Nun, es läuft nicht alles so, wie geplant.
    Unferth entwirft mit viel Humor und Sachkenntnis ein irres Szenario. Sie konzentriert sich auf die Typen, auf deren Lebensgeschichten und Interaktionen. Wenn sie von den Haltungsbedingungen (Lebensbedingungen kann man dazu nicht sagen!) der Hühner erzählt, bleibt sie real. Sie wird nie belehrend, kritisierend oder vorwurfsvoll. Gerade deswegen ist es wichtig, bei diesen Passagen genau hinzu schauen und zu spüren, auf welche Art Tierwohl mit uns allen zu tun hat.

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