Wellenlänge
Eine Stimme, die berührt: Radiosprecherin Eva ist ein früher Star der Rundfunkgeschichte. Ihr Schicksal ist eng verknüpft mit dem des Senders Radio Luxemburg – und ebenso mit dem des jungen, musikbegeisterten Radiohörers Felix aus Aachen. In der Nazizeit riskiert Felix Kopf und Kragen, um diesen und andere Feindsender zu empfangen, immer auf der Suche nach Evas Stimme, deren lässige Moderationen ihn faszinieren. <br/> Wolfgang Böhm erzählt davon, wie Radio gemacht wurde, und welche Bedeutung es für den geistigen Widerstand gegen die Nazis hatte.


Rebekka Linden –
Der Roman führt den Leser zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entstehung, dem Werdegang und der Wichtigkeit des Radios. Hauptschauplatz bildet zum Teil die Stadt Aachen, da diese besonders im Detail beschrieben wird. Der Name des Romans gestaltet sich als eine Art interessantes Wortspiel, da dem Leser im ersten Augenblick eine andere Art von Wellenlänge vor Augen steht. Die Kapitel teilen die Handlung gleichmäßig ein, gönnen dem Leser auch an einigen Stellen eine kleine Atempause, da das Thema den Leser auch emotional schwerer mitnehmen kann.
Die Schreibweise ist sehr glaubwürdig und emotional. Zugleich sorgt die moderate Wortwahl auch für ein offenes Leseerlebnis, dem der Leser gut folgen kann. Auch wenn der Autor den Leser vor grausamen Details bewahrt, so entstehen dem Leser auch oft bei den Anmerkungen Bilder vor Augen und das Wissen um die Vergangenheit tut sein Übriges.
Die Stadt Aachen, in der die Geschichte des Protagonisten seinen Anfang nimmt, wurde gut dargestellt, sodass auch nicht Einheimische sich gut mit den Beschreibungen in der damaligen Zeit hätten zurechtfinden können. Der Autor hat in seinen Recherchen das Stadtbild zur damaligen Zeit sehr genau wiedergeben können, sodass dem Leser die Stadt förmlich vor Augen steht.
Die Geschichte des Radiosenders und der anderen Protagonisten sorgen bei den Lesern für eine Art Zugehörigkeitsgefühl. Die Protagonistin versucht mit ihren Radioauftritten den Zuhörern stets etwas mitzugeben und diese auch aufzuklären. Das macht sie zu einer sympathischen Identifikationsfigur. Besonders spannend ist hier auch die Anmerkung über ihre Beziehung zu einer Frau. Das macht es für den Leser noch ein Stück weit interessanter, da es für diese Zeit regelrecht als verpönt galt.
Dem Autor gelingt es, den Leser mit in diese Zeit zu entführen und gleichzeitig aber auch vor dem schlimmsten Gräuel zu schützen, da viele Details auch außen vor bleiben und wenn, dann nur Andeutungen finden. Dadurch gelingt es ihm die Geschichte der Protagonisten glaubwürdig und spannend zu schildern, sodass der Leser der Handlung folgen möchte. Die Emotionalität der Worte, die der Autor in seinem Roman findet, geht direkt auf den Leser über und vermitteln ihm ein Gefühl für die damalige Zeit.
Dem Autor ist es gelungen, die Geschichte in seinem Roman erlebbar und authentisch zu machen. Auch das Leben seiner Protagonisten und die Geschichte der Vergangenheit hat Wolfgang öhm emotional zum Leben zu erweckt.
Das Buch hat mir, trotz seiner schweren Thematik doch allen Grund zur Freude gegeben. Es hat wirklich Spaß gemacht, meine Heimatstadt Aachen einmal aus den Augen von damals zu sehen.