Schleifen
Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2026 – ‘Ein großer Ideenroman von einem der beglückendsten Autoren der Gegenwart.’ Clemens J. SetzFranziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache.’Schleifen’ ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.


Lieselotte Stalzer –
Franziska Denk wächst zur Zeit und im Umfeld des Wiener Kreises auf, also Mitte der 1930er Jahre. Als Kind leidet si an einer seltsamen Krankheit. „Franziska Denk hatte die Pest. Schon wieder. … Letzte Woche war es Scharlach gewesen. … Es war nie tödlich. Es gab ja kein echten Viren oder Bakterien, die Schaden in den Zellen anrichten. … Franziskas Kinderarzt war sprachlos gewesen. Meine Tochter bekommt jede Krankheit, von der sie hört! Das ist ja nicht gerade eine normale Symptombeschreibung.“
Franziska ist ein sprachliches Wunderkind. Im Alter von 11 Jahren, hat sie sich bereits fünf Sprachen selbstständig beigebracht und weiterentwickelt. Den Mathematiker Otto Mandl lernt sie zunächst nur per Brief kennen, später ziehen die beiden in Berlin in eine gemeinsame Wohnung. Ihre Beziehung pendelt zwischen Psychiatrie, wissenschaftlichem Ideenreichtum und Politik.
Obwohl man Elias Hirschls präzise Sprache und die mutige Konstruktion des Romans nicht absprechen kann, ist der Schreibstil des Autors sehr anstrengend zu lesen. Was ihm trotz der namensgebenden (Möbius-) Schleifen gelungen ist: die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben zu thematisieren und aufzuzeigen.