Tyll

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“Tyll” ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt. Tyll Ulenspiegel – Vagant, Schausteller und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

Autor: Daniel Kehlmann ISBN: 978-3-498-03567-9 Kategorie: Schlüsselwort:
Rowohlt , 2017
Hardcover , 480 Seiten , 2. Auflage
Produkt-ID:2536

1 Bewertung für Tyll

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Andrea Meyer

    Ein Buch über Till Eulenspiegel (oder wie immer man ihn schreiben mag), den Schelm, der den Menschen den Spiegel vorhält. Kehlmann versetzt ihn in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und erzählt anhand verschiedener Perspektiven von ihm und dieser Zeit. Es ist ein Buch, das sich nicht an exakte historische Tatsachen hält, sondern an das Leben. Persönlich und oft grausam, manchmal sehr fern und manchmal erschreckend nah. Unmittelbar, ohne Abstand. Auch wenn es erfunden ist, ist es wahr. So sagt es der Autor. So ist es. Ein großes historisches Buch. Absolut lesenswert!

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