Die Stimme

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Eine Somalierin wird Nanny in Zeldas Familie und entpuppt sich als phänomenale Sängerin. Ihr Name ist Amal. Zelda meldet sie bei der Talentshow ›Die Stimme‹ an. Nach einem glanzvollen Auftritt nimmt Amal vor laufender Kamera ihr Kopftuch ab. Dieser Akt der Befreiung hat Folgen. Zeldas Familie will Amal beschützen und gerät damit in einen Konflikt, der ihre Welt aus den Angeln hebt.

Autor: Jessica Durlacher ISBN: 978-3-257-07185-6 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Diogenes , 2022
Hardcover , 496 Seiten
Produkt-ID:7629

1 Bewertung für Die Stimme

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    “Die Stimme“ von Jessica Durlacher ist ein fiktiver Roman und behandelt ein aktuelles Thema; den kulturellen Zusammenprall der islamischen und westlichen Welt.
    Es ist der 11. September 2001, zusammen mit den Kindern befinden sich Zelda und ihr künftiger Ehemann auf dem Dach eines Wolkenkratzers, wo ihre Ehe von einem Rabbiner geweiht werden soll. Neben der Braut und dem Bräutigam sind Philip, Zeldas Sohn aus einer früheren Ehe, Pol und Sam, ihre Kinder aus dieser Partnerschaft anwesend. Als Zelda und Bor unter der Khupa stehen, schlägt das erste Flugzeug in die Zwillingstürme ein, nur wenige hundert Meter entfernt.
    Diese intensive Beschreibung, wie dieser Angriff von Menschen, die zufällig dort waren, die dort lebten, die halfen, die erstickende Atmosphäre, ist ein bizarrer Anfang eines Romans und hat scheinbar nichts mit den folgenden Geschehnissen zu tun. Trotzdem erweist sich dieser Beginn (einer Ehe) für die folgende Handlung und die Entwicklung der handelnden Figuren als wichtig.
    Dann springt der Roman von New York nach Holland und beginnt in zwei Handlungssträngen zu erzählen: Zelda und ihrer Familie, zusammen mit Amal und Zelda als Mutter von Philip, ihrem ältesten Sohn. Beide Stränge führen zu einem vollkommenen Ende des Buches.
    Amal, Asylsuchende aus Somalia, ist „Die Stimme“. Zunächst ist Amal bei Zelda tätig, „eine muslimische Frau als Babysitterin für jüdische Kinder“. Sie singt mit Sam, der sie am Klavier begleitet. Sie hat eine wunderbare Stimme und die Familie beschließt, Amal für einen Talentewettbewerb im Fernsehen anzumelden. Bei Amals erstem Auftritt distanziert diese sich öffentlich von ihren religiösen Werten und präsentiert sich als Freiheitskämpferin und als Stimme für die unterdrückten muslimischen Frauen. (Das Buch ist inspiriert von Jessica Durlachers eigenen Erfahrungen, die sie selbst mit der somalischen Islamkritikerin mit Ayaan Hirsi Ali gemacht hat, noch bevor diese zur weltbekannten Aktivistin wurde.) Unmittelbar nach der Sendung langen bereits Morddrohungen radikaler Muslime ein.
    Im zweiten Erzählstrang gerät Philip in einen Konflikt mit dem Islam, der sich als Erwachsener der israelischen Armee anschließt und sein Leben in den Dienst des Kampfes gegen den Terror stellt.
    Jessica Durlacher hat viele Situationen bewusst konstruiert, um auf die verschiedenen Bedrohungen durch den Islam hinzuweisen. Die oft nur fragmentarischen Konstellationen verwebt sie mit Gefühlen, Bildern und Tönen zu einem kraftvollen Roman, der als Thriller endet.
    Ein aktueller und zeitgemäßer Roman, der Fragen aufwirft: Wie geht man mit islamistischem Hass um? Wann endet Hilfsbereitschaft und Toleranz gegenüber Fremden? Besonders lesenswert für reflektierende Leser:innen.

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