Eine fast perfekte Welt

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Wie wird man glücklich in einer Welt, die nicht perfekt ist?

Als Ester noch in Genua lebte, sehnte sie sich nach Sardinien zurück. Nach der wilden, steinigen Landschaft und dem ursprünglichen Leben im Dorf. Nun ist sie zurück in ihrer Heimat, doch die Sehnsucht ist geblieben. Ihrer Tochter Felicita soll es da besser ergehen – und tatsächlich findet sie ihr Glück. Im bunten Hafenviertel von Cagliari fertigt sie Schmuck aus Weggeworfenen und zieht ihren Sohn Gregorio groß – dem das Leben seiner Mutter bald zu eng wird.

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Autor: Milena Agus ISBN: 978-3-423-28211-6 Kategorie: Schlüsselwort:
dtv , 2020
Hardcover , 208 Seiten
Produkt-ID:4558

1 Bewertung für Eine fast perfekte Welt

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Milena Agus´ Roman „Eine fast perfekte Welt“ erzählt von drei Generationen einer sardischen Familie. Der zweite Weltkrieg ist zu Ende. Ester und ihr Verlobter sehen einander nach langer Zeit wieder. Nach der Hochzeit ziehen sie aufs Festland. Ester „interessierte einzig, wegzugehen und alles zu vergessen, die Lebenden, die Toten, das Dorf, ihr Elternhaus.“ Doch sie ist nicht glücklich in Genua und auch später in Mailand nicht. „Wie schafft man es bloß, an einem Ort wie diesem zu leben?“ Felicita wird geboren. Die Familie kehrt nach Sardinien zurück, doch die Sehnsucht nach einem Leben in einer perfekten Welt ist Ester geblieben. Sie muss sich eingestehen, dass ein Ortswechsel nicht reicht, um glücklich zu werden.

    Mit der Geburt von Felicita, einem Mädchen voller Neugier und Begeisterungsfähigkeit scheint Esters Leben „glücklicher geworden zu sein und manchmal hatte sie das Gefühl, dort angekommen zu sein, wo sie immer hinwollte. Manchmal. ” Der Hauptteil des Romans ist ihr gewidmet.

    Ester, die auf die Heirat ihrer Tochter mit einem Adeligen des Landes hofft – und damit auch den sozialen Aufstieg – wird enttäuscht. Felicita ist nicht auf der Suche nach einem perfekten Leben. Sie lebt es, sie ist frei das zu tun, was sie möchte. Sie zieht nach Cagliari und verdient ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung von kleinen Schmuckstücken, die sie aus weggeworfenen Gegenständen fertigt. Liebevoll zieht sie ihren Sohn Gregorio, das uneheliche Kind mit dem sardischen Adligen, groß. Milena Agus hat den Namen Felicita bewusst gewählt und die Figur mit den entsprechenden positiven Eigenschaften ausgestattet: sie ist die Glückliche, deren gelobtes Land nicht fern ist, sondern ihr wirkliches, tägliches Leben ist. Die Autorin vermittelt damit die Ansicht, dass jeder Mensch die Chance hat, ein glückliches Leben zu führen.

    Mit Gregorio, dem Sohn Felicitas, schließt Milena Agus die Familiengeschichte ab. Obwohl Gregorio als ein Kind beschrieben wird, das immer auf der Flucht ist, hat er seine Erfüllung bereits gefunden. In Harlem, einer heruntergekommenen Wohnung erfüllt er sich seinen Traum Jazzmusiker zu werden.
    In diesen sehr ausdrucksstarken Generationenroman bettet die Autorin auch aktuelle Themen, wie z.B. Umweltzerstörung zugunsten des Tourismus, die Auseinandersetzung mit Religionen und dem Anderssein, Migration und den ‚ewig Gestrigen‘, die Mussolini nachtrauern.
    Obwohl vielen Leserinnen und Lesern die sardische Mentalität vermutlich fremd ist, so steht hinter dieser Schilderung immer der Blick auf das Leben, die Wegkreuzungen, an denen Entscheidungen getroffen werden, sich Schicksale entscheiden. Das Buch endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick, dass “wir schließlich dort anhalten können, wo wir angekommen sind, und unsere anstrengende Reise hierher beenden können”.

    Gut gezeichnete Charaktere und eine, auch in der Übersetzung, schöne Sprache, machen dieses Buch lesenswert.

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