Die Kathedrale der Vögel
Im Sturzflug über die Grenze von Leben und Tod
Er hat das Haar eines Raben und die Augen eines Uhus: Munk. Und in seinen Träumen sieht er die Toten. Eines Tages wird Munk auf die Burg des tyrannischen Greifen von Amser verschleppt. Während seine furchtlose Schwester Enna sich auf die Suche nach ihm macht, entdeckt Munk tief im Burgberg ein grauenvolles Geheimnis…
»Du, Munk, wirst bald ein ganz besonderer Falkner sein«: Was die undurchsichtige Greifenkriegerin Magwit dem Vogeljungen aus Nyth verspricht, führt ihn auf eine gefahrvolle Reise zu sich selbst und über die Grenze, die die Lebenden von den Toten trennt. Munk findet sich in der Kathedrale des Kegelberges wieder, wo der tyrannische Greif von Amser ihn zu grausamen Beutezügen ins Schattenreich des Todes schickt. Doch wie seine Schwester Enna, die ihm auf der Spur ist, erfährt Munk, dass es noch andere Menschen gibt, die das uralte Erbe der Vögel in sich tragen. Und dass der Greifenherrscher, wenn ihn niemand aufhält, nicht nur die Lebenden bedroht, sondern auch all jene, die längst gestorben sind. Doch gegen die Herrschaft des Greifen regt sich Widerstand.


Rebekka Linden –
Der Autor erzählt von einer Geschichte, die in gewisser Weise auf die Frage „was geschieht nach dem Tod“ eine fantastische Antwort gibt. Dadurch entsteht eine spannende Geschichte, die auf einer weit entfernten Insel ihren Anfang nimmt. Die Protagonisten sind ein Geschwisterpaar, von denen einer eine besondere Gabe besitzt und somit auserwählt wurde. Die Protagonistin nimmt einen größeren Teil der Handlung ein, weswegen sie hier als der aktivere Part gezählt wird. Dadurch, dass sie ihren Bruder zu befreien versucht, sich auf eine lange Reise begibt, hat die Geschichte etwas, dass den Leser dazu bringt, erfahren zu wollen, wie es mit der Handlung weitergeht. Dabei trifft die Protagonistin auf viele weitere Figuren, Verbündete, sowie Gegner, die sie auf ihrer Reise entweder begleiten, oder ihr Ziel zu behindern versuchen.
Auch wenn die Geschichte in einer Fantasywelt aufgebaut ist, so wirken doch die Handlungen durch die Schreibweise des Autors sehr glaubwürdig. Für den Leser ergibt sich so eine fantastische Reise, die zugleich auch etwas gibt. Während die Geschichte der Protagonistin eher einer Reise gleicht, erinnert die Geschichte des Protagonisten, eher einer Prüfung. Zugleich aber erschließen sich auf seiner Reise sich Welten und auch Erkenntnisse, die den Leser geradezu in Staunen versetzen. Trotz der dunklen Atmosphäre kommt der Leser nicht umhin eine Hoffnung zu spüren, die der Autor ihm vermitteln will. Zu gleichen Teilen entpuppt sich die Geschichte auch als eine Art Rebellion gegen die Obrigkeit. Die Kapitel sind kurzgehalten und teilen die Handlung so gleichmäßig ein, während die Sprache für einen angenehmen Lesefluss sorgt. Die vielen malerischen Details lassen dem Leser schnell ein Bild vor dem inneren Auge entstehen. Tatsächlich hat es sogar den Anschein, als sei die Handlung um die Protagonisten herum gebaut worden.
Der Leser scheint während des Lesens den Grundgedanken des Autors zu finden, der auf den ganzen Roman beruht und dies sorgt für eine gewisse Transparenz und doch zu gleichen Teilen für ein großes Lesevergnügen. Die Idee seinen Roman mit einer philosophischen Frage zu beenden, die auch eine Frage darstellt, die jede Religion versucht zu beantworten ist gleichermaßen faszinierend, wie auch einladend. Die Idee der Frage nach dem, was dem Tod folgt in eine solch fantastische und spannende Handlung einzubauen erfüllt den Leser in eine gewisse Weise mit Frieden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Fantasyroman den Leser auf eine gewisse Weise zum Nachdenken anregt und diesem zugleich ein schönes sowie interessantes Bild mit auf den Weg gibt.