Des Lebens fünfter Akt

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Liebe, Literatur und Leid: Arthur Schnitzlers letzte Lebensjahre

Er ist auf dem Gipfel seines Ruhms. Seine Werke sind gesucht, er verkehrt mit Künstlern wie Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Gerhart Hauptmann oder Stefan Zweig, und die Frauen umschwärmen ihn auch in seinem fortgeschrittenen Alter noch. Eigentlich hat der 66-jährige Arthur Schnitzler im Sommer des Jahres 1928 alles erreicht. Doch dann begeht seine erst 18 Jahre alte Tochter Lili in Venedig Selbstmord, und mit ihr verliert Schnitzler jenen Menschen, der ihm auf eigentümliche Weise am nächsten stand.

Autor: Volker Hage ISBN: 978-3-442-77044-1 Kategorie: Schlüsselworte: ,
btb , 2021
Softcover , 320 Seiten
Produkt-ID:6866

1 Bewertung für Des Lebens fünfter Akt

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Die Erzählung setzt, wie der Titel des Romans „Des Lebens fünfter Akt“ suggeriert, an einem Wendepunkt in Schnitzlers Leben ein. Kurz nach seinem 66. Geburtstag ereilt ihn die Botschaft, dass seine über alles geliebte Tochter Lili mit 18 Jahren Selbstmord verübt hat, den er bis zu seinem Lebensende nie verwunden hat.

    Aus diesem (nicht recht gewollten) Selbstmord entwickelt sich ein zentraler Erzählstrang, dessen Thema weit über die damalige Zeit hinausgeht: Wie trauert man um die eigene Tochter, wenn die Beziehung zur ehemaligen Frau und Mutter zerbrochen ist und beide getrennte Wege gegangen sind. Bringt der Verlust diese Menschen wieder zusammen? Darf die Geliebte des Vaters ebenfalls trauern? Arthur Schnitzler gerät zwischen seine geschiedene Frau Olga, die in ihr altes Leben zurück will und Clara, die Frau an seiner Seite.

    Den Roman auf die Frauen an Schnitzlers Seite zu reduzieren, wäre falsch, auch wenn dem Thema erotische Beziehungen viel Raum gegeben wird. Hage zeigt auch einen Mann, der viel liest. Es sind zum einen die eigenen Tagebuchaufzeichnungen und Briefe, anhand derer Schnitzler sein Leben Revue passieren lässt. Nach dem Tod seiner Tochter Lili sind es ihre Tagebücher, durch die er ihre Tat zu verstehen versucht, aber auch um ihr nahe zu sein.
    Interessant zu lesen sind auch jene Passagen, die die menschliche Verbundenheit und Jahrzehnte überstehende Freundschaften ansprechen, wie mit Hugo von Hofmannsthal oder Sigmund Freund. Die psychologische Beschäftigung mit Schnitzlers schwieriger Persönlichkeit erzählt Hage vor dem Hintergrund des Wiens zwischen den Weltkriegen. Zeppelinflüge oder die Möglichkeit zu telefonieren, porträtieren die Zeit, in der Arthur Schnitzler gelebt hat. Auch der erstarkende Faschismus trifft Schnitzler durch seine jüdische Herkunft besonders hart.

    Hages dokumentarischer Zugang zum Leben und Werk des Schriftstellers ist v.a. durch den beachtlichen Rechercheaufwand zu verstehen, der diesen Künstlerroman glaubhaft und authentisch wirken lässt. Ein lesenswertes Buch, das zum Wiederlesen der Werke Arthur Schnitzlers anregt.

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