Der Fall Alice im Wunderland

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Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.

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Autor: Guillermo Martinez ISBN: 978-3-8479-0046-7 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Eichborn , 2020
Softcover , 320 Seiten
Produkt-ID:5223

1 Bewertung für Der Fall Alice im Wunderland

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Ein Schriftstück, gefunden von einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Lewis Carroll Bruderschaft in Oxford, könnte neue Kenntnisse über den Autor ans Licht bringen: „L.C. erfährt von Mrs. Liddell, dass…“, ein Fragment aus einem der verschwundenen Tagebücher des Autors. Wird die literarische Community endlich erfahren, was zum Bruch zwischen Carroll und der Familie Liddell, deren Tochter die Titelheldin seines bekanntesten Romans „Alice im Wunderland“ war, geführt hat? Die honorigen Angehörigen der Bruderschaft befürchten zudem, dass ihre bisher veröffentlichten Publikationen über dessen Arbeit, durch den aufgetauchten Tagebucheintrag als falsche Interpretation dessen Werks veraltet und dadurch wertlos werden könnten.

    Die junge Forscherin behält diesen Zettel zunächst für sich, um den Fund später in einem wissenschaftlichen Artikel zu publizieren. Nur der Logik Professor Arthur Seldom und dessen Student G. sind über die Entdeckung informiert, als sie – kurz bevor sie der Bruderschaft darüber berichten kann – bei einem Autounfall schwer verletzt wird. Seldom schaltet Inspektor Petersen ein, um Kristen unter Polizeischutz zu stellen. Weitere zwei Morde folgen, beide weisen Gemeinsamkeiten mit dem Hauptwerk Carrolls auf.
    Der mit G. abgekürzte Oxford Stipendiat, als Alter Ego G. Martínez zu erkennen, erweist sich in diesem Roman als hervorragender Vermittler zwischen den zweigleisigen Ermittlungen durch Polizeiinspektor Petersen und Seldom, den Logik-Professor und Hobbydetektiv.

    Der Plot ist hinreißend britisch, die Charaktere ergänzen einander harmonisch, nur eines (leider) von Carroll erdachten Wörter Puzzles („Doublets“), mathematische und logische Rätsel werden geschickt in die Handlung eingebunden. Das Cover wirkt auf den ersten Blick etwas altmodisch, ist aber eine Hommage an den Hutmacher und das weiße Kaninchen aus Carrolls Roman.

    Reale Elemente (das Schriftstück, das die Ereignisse in diesem Krimi auslöst existiert tatsächlich) werden mit fiktiven und spielerischen Elementen verknüpft. Guilllermo Martínez bietet mit diesem spannenden Krimi auch eine zeithistorische Einordnung der vom leidenschaftlichen Hobbyfotografen Carroll gemachten Fotos leicht bekleideter Kinder in aufreizenden Posen an. Ein derartiges Foto hat jedes der Mordopfer erhalten. Anders als heute, erregten diese Bilder im viktorianischen Zeitalter kein Aufsehen. Eine pädophile Neigung des Carrolls wurde nie nachgewiesen.

    Sollten Sie beim Lesen des Buches versucht sein, einigen Hinweisen im ursprünglichen Roman „Alice im Wunderland“ selbst nachzugehen: ich hab’s vergeblich versucht. Trotzdem lohnt es sich, sowohl das Original als auch die Biografie Lewis Carrolls zu lesen. Ein wahrhaft besonderes Lesevergnügen nicht nur für Carroll-Kenner oder Krimifans.

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