Die ganze Palette der Ingrid Noll in Kurzgeschichten: ihr krimineller Witz, ihre warmherzige Lebenserfahrung, ihre bodenständige Beobachtungsgabe. In diesem Buch kommt ein Weiteres hinzu: Autobiographisches, authentisch und nachhallend. Ein Brief an ihre verstorbene Mutter, die Rolle ihres Vaters. Wie sie sich in ihr Enkelkind verliebte. Ihre Kindheit in China. Wie sie sich ihre letzten 24 Stunden wünschen würde und was sie am Altwerden nervt.
Abgründig, rasant und mit bitterbösem Sprachwitz erzählt Mercedes Spannagel in ihrem Debütroman von der korrupten rechten Elite, die von ihrer rebellischen Brut zu Fall gebracht wird. Luise ist die Tochter der rechtskonservativen Bundespräsidentin Österreichs. Als diese sich ihren neunten Windhund zulegt, holt Luise einen Mops ins Palais, den sie Marx nennt. Die Waffen der präsidialen Jagdgesellschaft schmeißt sie in den Pool, das Teezimmer tapeziert sie mit Artikeln über die Verbrechen der chinesischen Regierung und als ihre Mutter sie mit einem Burschenschafter verkuppeln will, der ihr stolz den Schmiss über seiner Augenbraue zeigt, skandiert sie: »Mensur ist Menstruationsneid!«. Mit ihren Freunden streift Luise durch die Straßen Wiens und schmiedet Pläne, die Regierung zu stürzen. Eine Kunstaktion auf dem Opernball soll das Land verändern – doch es läuft nicht ganz so, wie sie es sich gedacht haben. »Das Palais muss brennen« ist eine scharfsichtige und irre komische Erzählung über den Widerstand in einer tief gespaltenen Gesellschaft. Ein furioses Debüt, mit dem ein neuer, unverwechselbarer Sound Einzug in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur hält.
Es ist nur ein Titel: »Ich bin ein japanischer Schriftsteller«. Er hat nicht vor, das Buch zu schreiben. Doch der Titel lässt ihn nicht los. Er träumt davon, ein japanischer Schriftsteller zu werden und fragt sich, was steckt dahinter, woher kommt diese Obsession? In den Fußstapfen des japanischen Dichters Basho (1644–1694), den er lesend auf seiner Wanderreise durch den Norden Japans begleitet, macht er sich auf die Suche. Er begegnet der japanischen Sängerin Midori, die gerade dabei ist, die Musikszene in Montreal zu erobern. Von ihr und ihrer Clique queerer Manga-Mädchen und einem androgynen Fotografen fühlt er sich erotisch so angezogen, dass er ohne die Mädchen nicht mehr leben kann. Er will einen Film über sie drehen. Die Harakiri Gedanken der Mädchen bringen ihn dazu, Mishima (1925–1970) neu zu lesen. Als eines der Mädchen Selbstmord begeht, sieht er sich plötzlich in einen Mord verwickelt. Dass ein Ausländer, noch dazu ein Schwarzer, behauptet ein japanischer Schriftsteller zu sein, verstört die nationale Befindlichkeit in Japan. Das japanische Konsulat in Montreal wird auf ihn angesetzt; er wird in Japan berühmt für ein Buch, das er nicht geschrieben hat und versucht sich vor japanischen Fans zu retten.
Atticus’ Verhältnis zu seinem Vater war schon immer schwierig: Von einem Tag auf den anderen ist Montrose Turner nun aber verschwunden. Zusammen mit Onkel George und Jugendfreundin Letitia macht sich Atticus wohl oder übel auf die höchst gefährliche Suche. Denn die Spuren führen nach »Lovecraft Country« in Neuengland, Mitte der 50er Jahre der Ort mit den schärfsten Rassengesetzen der ganzen USA. Als der Gesuchte schließlich gefunden wird, sehen sich die Turners urplötzlich in eine ominöse Geheimlogen- Fehde verwickelt, die durchaus den von Onkel George heißgeliebten Lovecraft-Erzählungen entstammen könnte.
16-jährig, pummelig, klein, eigenwillig, Brillengläser wie Bierkrugböden und ein blonder, schräg vom Kopf abstehender “Pferdestummel”. Das ist Biene. Biene ist aus dem Mädchenheim geflüchtet und trifft an einem gottverlassenen Bahnhof auf den kettenrauchenden und versoffenen Schlagersänger Kurt. Gemeinsam touren Biene und Kurt nun im scheppernden aber glitzernden “Heartbreakin¿-Mobil” durch die Provinz, spielen in Wirtshäusern, Altenheimen und Zuchttierhallen, treffen auf gewaltige Bauern, tanzende Polizisten, Wirtinnen in roten Overalls, auf über tausend Truthahnküken und erleben auch sonst einige recht bemerkenswerte Abenteuer. Und ihnen wird klar, dass sie eigentlich beide auf der Suche nach Liebe sind. Eine atmosphärische Geschichte über Freiheit, Sehnsucht, die Provinz und zwei liebenswerte Außenseiter.
Seit der ersten Klasse sind Kim und Petrowna beste Freundinnen. Petrowna fällt immer und überall auf, während Kim sich zurückhält. Doch das ändert sich schlagartig, als ihre Klasse zu einer Lesung geht. Fast niemand hört der Autorin zu, außer Kim – denn die Frau liest ihre Geschichte vor! Die Namen und ein paar Details stimmen nicht, aber der ganze Rest. Und ihre Geschichte geht nicht gut aus – zumindest nicht für Jasper, für den ein Wespenstich tödlich endet. Um das zu verhindern, stellt Kim ihr Leben völlig auf den Kopf …
Wenn das Feuer brennt, kann man so einiges erleben. Man fühlt sich wohl, sicher und geborgen. Man kann sich im Licht der Flammen unterhalten, musizieren, lachen oder die Wärme aufnehmen und sich zur Ruhe legen. Doch wenn das Feuer ausgeht … haben die Gestalten, die in der Dunkelheit warten, den Mut, aus ihren Löchern zu kriechen. Wenn das Feuer ausgeht, gibt es keine Regeln mehr.
Ein Camp im Wald. 18 Menschen auf engstem Raum, jeder mit seiner Vergangenheit und seinen Geheimnissen. Mittendrin ist Lukas, der von seiner Mutter an diesen Ort geschickt wurde. Schnell merkt er: Irgendjemand oder irgendetwas will diesem Camp – und den Menschen darin – nichts Gutes. Zwischen sarkastischen Bemerkungen und philosophischen Gesprächen stößt er auf alte Wunden, die noch lange nicht verheilt sind.
Pammesberger ist Kult!
Aktuell, politisch, zugespitzt, aber vor allem: immer witzig. Seine tägliche Zeichnung kommentiert die Skandale, die Politik und die Gesellschaft. Alles, was uns in diesem Jahr bewegt hat: 2019 aus der Sicht des Karikaturisten.
Ferien! Auf den Straßen kommt die Blechlawine ins Rollen… und wenig später zum Stillstand. Aber wir lassen uns die Stimmung nicht verderben, schließlich kann man es doch schon riechen, oder? Das Meer! Endlich unterm Sonnenschirm überlegt Mama noch, ob oben ohne oder nicht, da flaniert der Herr Papa auch schon eingezogenen Bauchs Richtung FKK-Strand – wollen doch mal sehen!
Es werden Sandburgen gebaut, gewagte Tattoos gelüftet, kreideweiße und krebsrote Körper in die Fluten gestürzt. Kleine Meerestiere landen in Eimerchen, kleine Kinder gehen verloren, es wird geflirtet und gestritten.
Mit viel Liebe und Witz orchestrieren David Prudhomme und Pascal Rabaté ihr Ballett von Sommerfrischlern und inszenieren einen typischen Tag am Strand: lustig, berührend und zuweilen schmerzhaft wie Sand in der Badehose.
Cheng macht Urlaub. Besser gesagt, entfernt er sich räumlich, um fernab von Wien auf andere Gedanken zu kommen. In der Bar seines mallorquinischen Hotels spricht ihn ein Mann an – Peter Polnitz, die Synchronstimme des englischen Weltstars Andrew Wake. Cheng und Polnitz unterhalten sich über Gott und die Welt, gehen aber ohne die Absicht auseinander, sich je wieder zu sehen. Ein Jahr später melden die Nachrichten, Polnitz sei wegen Mordes an Wake zu lebenslanger Haft verurteilt worden – und seine Tochter taucht in Chengs Büro auf: Sie überredet ihn, den Fall zu übernehmen und Polnitz’ Unschuld zu beweisen. Am Ende kennt er Polnitz besser, als ihm lieb sein kann – und weiß endlich, was er mit dem Rest seines Lebens anstellen soll.
John Cromartie besucht mit seiner Freundin Josephine Lackett den Zoologischen Garten, dabei kommt es zu einem Streit. Josephine hält John seine »atavistischen Ansichten« vor und meint, er gehöre selber in den Londoner Zoo. Gesagt, getan: Kurzerhand schreibt Cromartie an die Zoo-Direktion, seinem Anliegen wird entsprochen und bald darauf zieht er in einen Käfig im Affenhaus. Seine beiden Nachbarn, ein Schimpanse und ein Orang-Utan, sind alles andere als begeistert und würden den neuen Mitbewohner, vor dessen Käfig die Leute Schlange stehen, vor lauter Eifersucht am liebsten in der Luft zerreißen …
»Das Leben des Vernon Subutex 3« – der dritte Band der Bestseller-Trilogie von Virginie Despentes als Hörbuch bei Der Audio Verlag
Die Geschichte von Vernon Subutex ist keine Heldenreise. Vom angesagten Plattenhändler wird Subutex erst zum arbeitslosen Nomaden, dann zum Obdachlosen und schließlich zum Guru einer Truppe schillernder Charaktere, denen Virginie Despentes, die sich mit ihrer »Subutex«-Reihe in den Olymp der französischen Gegenwartsliteratur schrieb, im dritten Teil ihrer Trilogie ein überwältigendes literarisches Denkmal setzt. »Das Leben des Vernon Subutex 3« ist der brillante Abschluss der preisgekrönten französischen Trilogie und als ungekürzte Hörbuch-Lesung mit Johan von Bülow bei Der Audio Verlag erschienen.
»Der Terror hat die Körper ergriffen, wie die Hand eines Marionettenspielers«
Zu Beginn von Band 3 der »Subutex«-Reihe lebt die Truppe um Vernon Subutex außerhalb von Paris auf dem Land und veranstaltet ekstatische Rave-Partys, die immer mehr an Popularität gewinnen. Vernon Subutex, der bei den sogenannten Convergences als DJ auftritt, wird als Guru verehrt und genießt das wiedergewonnene Ansehen. Das Leben scheint zwar außerhalb gesellschaftlicher Konventionen von Leistung und Wertschöpfung, aber doch auf geregelten Bahnen zu verlaufen – bis es am 13. November 2015 zu den Attentaten von Paris kommt. Mit untrüglicher Sprachgewalt erzählt Virginie Despentes von der Erschütterung der französischen Gesellschaft, dem unaufhaltsamen Durchsickern der Angst vor Terror im Pariser Lebensalltag. Dabei kreiert sie ein in der Literaturlandschaft einzigartiges Zeitdokument unserer gesellschaftlichen und politischen Gegenwart.
Literatur meisterhaft vertont: »Das Leben des Vernon Subutex 3« als ungekürzte Lesung mit Johann von Bülow
Johann von Bülow, der bereits in den ersten beiden Hörbüchern der Trilogie als Sprecher überzeugte, leiht Vernon Subutex und seinen Weggefährten hier ein weiteres Mal seine Stimme. Jeden der komplexen Charaktere zeichnet er mit beeindruckender Präzision. Ein Hörbuch, das unter die Haut geht! Die ungekürzte Lesung des französischen Bestsellers mit Johann von Bülow ist, wie die anderen Teile der Trilogie, bei DAV erhältlich und umfasst 1 mp3-CD.
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