Vom Norden rollt ein Donner

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Bewertet mit 4.00 von 5, basierend auf 2 Kundenbewertungen
(2 Kundenrezensionen)

Der Wolf ist zurück in der Lüneburger Heide. Und während Jannes – wie schon sein Vater und sein Großvater – täglich seine Schafe über die Heideflächen treibt, kochen die Emotionen im Dorf hoch. Kann Heimatschutz Gewalt rechtfertigen? Wo es vordergründig um Wolfspolitik geht, stößt er bald auf Hass, völkische Ideologie – und auf ein tiefes Schweigen. “Von Norden rollt ein Donner” ist eine Spurensuche in der westdeutschen Provinz, die Geschichte eines brüchigen “urdeutschen” Idylls.

Täglich treiben der 19-jährige Jannes und seine Familie die Schafe über die Flächen der Lüneburger Heide. Doch es herrscht eine gärende Unruhe in der Gegend, der Wolf ist zurück. Es mehren sich Schafsrisse und mit ihnen Konflikte im Dorf, die schnell politisch werden. Während völkische Siedler versuchen, das Thema für ihre Zwecke in Beschlag zu nehmen, die Situation sich zuspitzt und in Selbstjustiz der Bevölkerung zu eskalieren droht, flüchtet sich Jannes zu seinen Schafen in die Heide. Doch dort wird durch eine gespenstische Begegnung plötzlich die düstere Ortsgeschichte aufgefächert, die ihren langen Schatten in die Gegenwart wirft. Markus Thielemann schreibt mit seinem Anti-Heimatroman das Psychogramm einer Sehnsuchtslandschaft und zeigt auf ebenso subtile wie fesselnde Weise, wie sich ein Idyll in sein Gegenteil verkehren kann.

Autor: Markus Thielemann ISBN: 978-3-406-82247-6 Kategorie: Schlüsselwort:
C.H.Beck , 2024
Hardcover , 287 Seiten
Produkt-ID:9158

2 Bewertungen für Vom Norden rollt ein Donner

  1. Bewertet mit 4 von 5

    Rebekka Linden

    Der Roman führt den Leser fernab von Städten und erzählt eine geschichtsträchtige Familiengeschichte. Die Kapitel teilen das Buch in gleichmäßige Abschnitte ein, der Schreibstil ist dabei sehr modern gehalten, was an dem Alter des Protagonisten liegen kann. Die Sprache ist einfach, lässt aber auf den zweiten Blick mehr erkennen, als der Anschein zunächst preisgibt. Die Handlung wird aus der Sicht eines jungen Mannes aus der dritten Person erzählt. Mit ihm lernt der Leser den Alltag des Protagonisten kennen. Zugleich erhält der Leser einen Einblick und die Traditionen der Heiden von Niedersachsen. Der Kontrast zwischen Moderne und Tradition wird gut durch den Protagonisten und seine Berufswahl dargestellt. Auch fließen viele moderne Probleme aus der Sicht eines Schäfers in die Handlung mit hinein, was der Handlung und mehr Tiefe und Authentizität verleiht. Der Protagonist wirkt auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Teenager, der mit vielen Schicksalsschlägen konfrontiert wurde. Die Handlung selbst nimmt nur langsam Form an, dennoch wird der Leser umgehend von der Atmosphäre der Heide und dem jungen Protagonisten eingenommen. Die Suche nach der Vergangenheit stellt sich für die Figur schwierig dar, da sich seine Familie in stetes Schweigen hüllt. Nur nach und nach enthüllt sich seine Familiengeschichte. Auch wenn die Figuren der Handlung nicht unbedingt als vielschichtig gelten, so handeln sie dennoch realitätsnah und lassen beim Leser das Gefühl entstehen, dass er an dem Leben der Familie teilnimmt. Die Handlung folgt einer Authentizität, wie es nur Geschichten aus dem Leben haben.

    Es bleibt festzuhalten, dass der Roman auf mehreren Ebenen eine mitreißende Geschichte erzählt, welche den Leser nicht mehr loslassen wird. Die beschriebene Atmosphäre lässt den Leser von einer Heide aus der Romantik träumen, während die Handlung selbst den Leser wieder in die Geschichtsträchtigkeit der Realität zurückführt und so eine großartige Brücke zwischen Tradition und Moderne baut.

  2. Bewertet mit 4 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Atmosphärisch dicht, unheimliches Szenarium, super Familienaufstellung.

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