Spiegel unseres Schmerzes

24,70

Enthält 10% MwSt.
zzgl. Versand
Lieferzeit: ca. 24 Stunden
Bewertet mit 5.00 von 5, basierend auf 1 Kundenbewertung
(1 Kundenrezension)

Hier geht’ zur Leseprobe

Autor: Pierre Lemaitre ISBN: 978-3-608-98361-6 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Klett-Cotta , 2020
Hardcover , 480 Seiten
Produkt-ID:5936

1 Bewertung für Spiegel unseres Schmerzes

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Es ist April 1940, die Zivilbevölkerung sitzt in Cafés, in dem kleinen Restaurant bei Monsieur Jules, in dem die Kellnerin Louise an den Wochenenden als Kellnerin aushilft, wird über die Zukunft spekuliert. „Alle, die mal gedacht hatten, der Krieg würde bald losgehen, waren der Sache schon lange überdrüssig geworden, Monsieur Jules als Allererster. Mehr als ein halbes Jahr nach der allgemeinen Mobilmachung hatte der Wirt der Petite Bohème entmutigt den Glauben daran aufgegeben.“
    Doch dann ist von einem Tag auf den anderen plötzlich alles anders. Louises Leben wird durch ein verhängnisvolles Ereignis erschüttert, das sie zwingt, sich mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen. In der französischen Armee werden zwei Soldaten zu einem ungewöhnlichen Gespann, als deutsche Truppen die Maginotlinie durchbrechen und durch die Ardennen vorrücken: die Soldaten Raoul, dessen Geschäfte mit Schmuggel allerlei Waren sehr einträglich ist und der korrekte Gabriel. Bleibt noch der dritte Protagonist dieses Buches zu erwähnen: Désiré Migaud, ein Hochstapler, der als geschickter, die Meinung der französischen Zivilisten manipulierender Stratege die Kriegsgeschehnisse dokumentiert und noch immer von großartigen militärischen Erfolgen der französischen Armee berichtet, als die Deutsche Wehrmacht bereits kurz vor Paris steht. „Die feindlichen Streitkräfte rücken nicht nennenswert vor“ – er nennt das „kontrollierte Dramatisierung“ Heute würde man ihn wohl die Verbreitung von Fake News vorwerfen.
    Man muss die französische Geschichte nicht kennen, um diesen Roman als dramaturgisch gut aufgebaute Literatur zu erkennen, mit authentisch charakterisierten Figuren und bildhaften Szenen. Die Verknüpfung der mit viel Menschenkenntnis erzählten Geschichten erfolgt zwar spät, dennoch legt man das Buch nicht aus der Hand, denn alle drei Erzählstränge sind, jeder auf seine Art, spannend und mit historisch dokumentierten Ereignissen ausgeführt (z.B. die Vernichtung des Geldschatzes der Banque de France).
    Mit „Spiegel unseres Schmerzes“ schließt Lemaitre seine Trilogie „Die Kinder der Katastrophe“ ab. (Reihenfolge der ersten Bände: „Wir sehen uns dort oben“ „Die Farben des Feuers“). Von Tobias Scheffel sehr gut übersetzt, erhält dieses Buch eine 5-Sterne Bewertung.

Füge deine Bewertung hinzu

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.