Polarrot

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(2 Kundenrezensionen)

Jack Breiter hatte heute Nacht hoch verloren: Geld, Stelle, Kost, Logis, Gesicht, Ansehen. Morgen, fieberte er, würden sie ihn teeren und federn, auf eine gewachste Eisenbahnschwelle der rhätischen Bahn binden und unter dem Gejohle der Einheimischen und zum Gaudium der gutbetuchten Feriengäste die Bobbahn hinunterlassen.
1929: Jack Breiter ist alles andere als ein Glückskind. In eine arme Schweizer Bauernfamilie geboren, will er unbedingt nach oben. Erst als glückloser Heiratsschwindler im noblen Palace Hotel in St. Moritz, später als Handelsvertreter beim Chemiekonzern Gugy. Zunächst mit glänzendem Erfolg: Dank des Reichsbeflaggungsgesetzes von 1935 verkauft Breiter Hektoliter um Hektoliter der Farbe “Polarrot” für die Hakenkreuzfahne. Er wird rasch zum Starverkäufer der Firma. Doch dann verliebt er sich in die Frau seines Chefs, eine Halbjüdin, und lässt sich ihr zuliebe auf ein riskantes Goldschmuggel-Unterfangen ein. Prompt wird Breiter ertappt – und plötzlich ist es mit dem Spaß vorbei…
Patrick Tschans Helden Jack Breiter muss man als Leser lieben: für seinen Einfallsreichtum, seine Hinterlist, seinen unbändigen Über lebenswillen, der uns auf jeder Seite aufs Neue überrascht. Am Ende bleibt die Frage: Wer schuldet wem was?

Autor: Patrick Tschan ISBN: 978-3-99200-069-2 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Braumüller
Hardcover , 345 Seiten
Produkt-ID:467

2 Bewertungen für Polarrot

  1. Lieselotte Stalzer

    Tschans Roman mutet im ersten Teil (1929 bis 1936) wie ein Schelmenroman an. Jakob Breiter ist kein Hochstapler, er möchte nur dem tristen Leben eines Bauers entkommen, niemanden weh tun, nur weiter kommen. Dialogreich und amüsant erzählt, haucht Tschan nicht nur seinem Helden, der sich bald Jacques nennt, sondern auch den Nebengestalten wie z.B. Vittorio dem Kellner im Palace Hotel, seinem Freund Willy oder seiner Vermieterin Leben ein. Dieser Zeitabschnitt ist humorvoll und ironisch erzählt, erfährt aber im Laufe der Handlung eine sehr düstere, fast zynische Wendung.
    In den Jahren zwischen 1938 bis 1949 erfährt man von einer Schweiz, die (nicht immer mit korrekten Mitteln) versucht, sich aus dem Krieg herauszuhalten: Industrielle, die keine Skrupel kennen, sich durch den Handel mit den Nazis finanziell und politisch abzusichern; die Arisierung großer bedeutende Unternehmen und nicht zuletzt bezahlter Menschenschmuggel in bzw. durch die Schweiz. Ein temporeiches Abenteuer, eine Geschichte Wider das Vergessen nimmt seinen Lauf.

  2. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    „Besuch mich ++ stopp ++ Schiffspassage gebucht++stopp++21.März1949. 16. Uhr nach Tel Aviv ++ stopp ++ … Jacques a un cigarette pour deux ++ stopp ++Isaak Mayer“

    Auf welcher Seite steht Jacques Breiter? Sympathischer Held oder geldgieriger Profiteur?

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