Die Yakuza-Prinzessin
Zwei Frauen gegen die Yakuza
Tokio, 1979: Yoriko Shindo lebt für den Kampf – auf der Straße, ohne Regeln, ohne Rücksicht. Bis sie entführt und in den Palast der Naiki-kai verschleppt wird, eines brutalen Yakuza-Clans. Nur eine Bedingung rettet ihr das Leben: Sie soll die Tochter des Bosses beschützen – die schöne, schweigsame Shoko, die in ihrer eigenen Welt aus Gehorsam und Angst gefangen ist.
Was als Zwang beginnt, wird zu einem brisanten Bündnis. Zwischen Yoriko und Shoko wächst eine verzweifelte Nähe – inmitten von Blut, Macht und Verrat. Aber kann es für zwei Frauen wie sie jemals ein anderes Leben geben?


Rebekka Linden –
Der kurze Thriller erzählt eine spannende und doch nervenaufreibende Geschichte aus den 1970er Jahren. Die Kapitel sind eine Mischung aus moderat und kurz in ihrer Länge, während die Schreibweise größtenteils angemessen und an einigen Stellen ins Vulgäre übergeht. Jedoch ist diese das der Geschichte und der Atmosphäre geschuldet und glücklicherweise ziehen sich diese Ausdrücke nicht durch die gesamte Handlung. Anhand der Umgebung, in der die Handlung spielt, ist der Gebrauch einer solch ungeschliffenen Wortwahl auch ungemein glaubwürdig. Es muss festgehalten werden, dass die Geschichte auch nicht vollständig chronologisch erzählt wird, was dem Leser jedoch erst später auffällt.
Die Protagonistin ist mit Gewalt und auch dem Kampf um Überleben groß geworden. Tatsächlich ist es am Anfang schwer, Sympathie oder Nahbarkeit an dieser Figur zu finden, da sie wie eine wahre Naturgewalt in die Handlung geprescht kommt. Erst eine kleine Schwäche, einen Hauch von Mitleid, der bei der Protagonistin aufblitzt, sorgt bei dem Leser für Sympathie. Die Empathie, die die Protagonistin für schwächere Wesen empfindet, macht es leider für den Leser hinter die harte Schale zu blicken. Die Personenbeziehung die sich zwischen der Protagonistin und ihrem Schützling aufbaut, lässt sich nur schwer oder gar nicht wirklich zuordnen. Jedoch muss gesagt werden, auch ohne einen Namen zu haben, wirkt diese Verbindung zwischen ihnen sehr glaubwürdig. Die Beziehung entsteht nicht unmittelbar, sondern baut sich erst nach und nach aus.
Aus dem anfänglichen Hass und der Verachtung entwickelt sich eine Art widerwilliger Respekt, der nach und nach tiefer geht. Das Fehlen eines Namens für ihre Beziehung stellt für den Leser kein Problem dar, da sich beide Figuren bedingungslos treu bleiben, sowohl sich selbst als auch einander. Für den Leser ist die Handlung in vielerlei Hinsicht sehr glaubwürdig geschrieben, beinahe schon erschreckend realitätsnah, sodass der Leser auch das Gefühl nicht abschütteln kann, dass es sich bei dem Roman eventuell um eine Art Memoire handeln könnte.
Dieses kurze Buch lohnt sich für jeden Thrillerleser der sich für actiongeladene und kurze Handlungen begeistern kann.