Die schwarze Stunde

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(1 Kundenrezension)

Juli 2007: Lange vor seiner Versetzung in das verschneite Aostatal lebt Rocco Schiavone mit seiner Frau Marina Rom. Als in einem Marmorsteinbruch die Leiche des Jurastudenten Giovanni aufgefunden wird, deutet zunächst alles auf einen tragischen Unfall. Doch Rocco findet heraus, dass der Junge aus wohlhabendem Haus ermordet wurde. Kurz darauf wird die Leiche von Giovannis bestem Freund entdeckt. Bei seinen Ermittlungen setzt Rocco Ereignisse in Gang, die sein Leben für immer verändern werden. Und auch Jahre später, in einem kalten Frühling in den Bergen, noch spürbar sind.

Autor: Antonio Manzini ISBN: 978-3-499-00470-4 Kategorie: Schlüsselwort:
Rowohlt , 2020
Softcover , 400 Seiten
Produkt-ID:11064

1 Bewertung für Die schwarze Stunde

  1. Bewertet mit 3 von 5

    Rebekka Linden

    Der Kriminalroman spielt im Sommer in Italien. Die Handlung ist nicht direkt in Kapitel unterteilt worden, dafür aber mit einer langen Erzählung nach kurzer Einführung versehen worden. Es wirkt auf den ersten Blick wie eine Art Bericht, eine Art von Erzählung oder gar einer Aussage. Die Sätze sind sehr kurz gehalten. Die Dialoge werden nicht wirklich eingeleitet, sondern finden unmittelbar statt, was es für den Leser teilweise etwas gewöhnungsbedürftig macht. Zur Schreibweise im allgemein kann gesagt werden, dass diese sehr direkt und an einigen Stellen teils schon vulgär ist. Zum Teil könnte man sagen, dass dies das Temperament der Figuren widerzuspiegeln versucht, was aber lediglich ein kleiner Trost darstellt. Allerdings sorgt die sehr einfache Schreibweise auch für eine große Zielgruppe, da das Buch in seiner Einfachheit viele Leser anspricht. Der Protagonist lässt sich mit dem Wort ambivalent am besten beschreiben. Sein Beruf und seine Freunde können nicht weniger miteinander vereinbar sein und dennoch scheint er genau diese Ambivalenz in seinem Leben in Einklang zu bringen. Die Hauptfigur wirkt auf den Leser an vielen Stellen leicht verbittert, was jedoch im Laufe der Handlung auch seine Aufklärung findet. Auch sein trockener Humor wirkt an einigen Stellen auf den Leser unpassend, jedoch vermittelt es so das Bild eines Polizisten, der in seinem Leben schon viel zu viel Leid und Kriminalfälle bearbeiten und sehen musste. Sein mürrisches Auftreten würzt er mit einigen Schimpftiraden, was den Protagonisten auf eine gewisse Weise auf den Leser sogar nahbarer macht. Die ruppige Art des Protagonisten hilft ihm auch in seinem Job, da dieser die Hauptfigur auch stets an Orte führt, die an einen rauen Umgangston gewohnt sind. Die Polizeiarbeit erhält in dieser Handlung nur teilweise den Fokus, da die Geschichte des Protagonisten eher im Vordergrund stehen bleibt und dafür sorgt, dass der Leser, trotz des Kriminalfalls immer mehr über den ruppigen, mürrischen Polizisten erfährt.

    Abschließend kann gesagt werden, dass die Wortwahl an einigen Stellen gewöhnungsbedürftig ist, insbesondere die Schimpftiraden des Protagonisten wirken auf den ersten Blick außergewöhnlich. Jedoch bietet der teils raue Umgangston etwas, was diesen Roman von anderen Kriminalromanen abhebt. Es sorgt sogar dafür, dass das Buch in seiner Handlung und Sprache hervorsticht. Für Krimifans, die sich nach eine Abwechslung sehnen, ist dieses Buch zu empfehlen.

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