Die Ladenhüterin

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Die literarische Sensation aus Japan: Eine Außenseiterin findet als Angestellte eines 24-Stunden-Supermarktes ihre wahre Bestimmung. Beeindruckend leicht und elegant entfaltet Sayaka Murata das Panorama einer Gesellschaft, deren Werte und Normen unverrückbar scheinen. Ein Roman, der weit über die Grenzen Japans hinausweist.
Keiko Furukura ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. Als sie jedoch auf dem Rückweg von der Uni auf einen neu eröffneten Supermarkt stößt, einen sogenannten Konbini, beschließt sie, dort als Aushilfe anzufangen. Man bringt ihr den richtigen Gesichtsausdruck, das richtige Lächeln, die richtige Art zu sprechen bei. Keikos Welt schrumpft endlich auf ein für sie erträgliches Maß zusammen, sie verschmilzt geradezu mit den Gepflogenheiten des Konbini. Doch dann fängt Shiraha dort an, ein zynischer junger Mann, der sich sämtlichen Regeln widersetzt. Keikos mühsam aufgebautes Lebenssystem gerät ins Wanken. Und ehe sie sichs versieht, hat sie ebendiesen Mann in ihrer Badewanne sitzen. Tag und Nacht.

Autor: Sayaka Murata ISBN: 978-3-351-03703-1 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Aufbau , 2018
Hardcover , 145 Seiten , 1. Auflage
Produkt-ID:2901

1 Bewertung für Die Ladenhüterin

  1. Bewertet mit 4 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Keiko ist eine junge Frau, seit ihrer Kindheit unangepasst und um nicht aufzufallen beschließt sie, sich „ außerhalb meines Zuhauses möglichst still zu verhalten. Ich tat nur noch, was die anderen taten, folgte allen Anweisungen und stellte so gut wie jede Lebensäußerung ein.“ Während ihrer Studienzeit nimmt sie einen Aushilfsjob in einem Konbini (einer Art Supermarkt) an, den sie perfekt und mit großem Engagement 18 Jahre lang erfüllt. Ein Job, der für sie ideal ist. „Guten Tag, kann ich etwas für sie tun“ und andere Floskeln eines gut trainierten Verkaufspersonals, alle tragen die gleiche Uniform und „spielen das fiktive Wesen, das in uns allen steckt. Man nennt es normaler Mensch. Ebenso spielen die Mitarbeiter im Convenience Store ein fiktives Wesen, nur dass man es als Angestellten bezeichnet.“ Eines Tages, um „gesellschaftsfähig“ zu werden, lässt sie sich mit einem Mann ein …

    Die Autorin erzählt in der Ich-Perspektive, was die Protagonistin besonders glaubwürdig macht. „Denn ich hatte meine Innenwelt ausgetauscht. Was mich einmal ausgemacht hatte, war verschwunden, so als wäre meine früher Körperflüssigkeit durch eine andere ersetzt worden.“

    Die Aussage der Handlung ist übertragbar auf unsere Gesellschaft: Alle die nicht, wie der Großteil einer Gruppe von Menschen danach streben sich anzupassen, werden zu Außenseitern gestempelt, hinter deren Rücken, oder auch ganz offen, getratscht wird. Konformität und Angepasstheit als Ideal einer Gesellschaft? Als Keiko versucht sich anzupassen, verliert sie ihre Persönlichkeit. Sehr gut ist das Sayaka Murata auch sprachlich gelungen.

    Es ist kein Problem für Leserinnen und Leser, die kein japanisches Sprachgefühl haben so wie ich, die Namen der Protagonisten auseinander zu halten. Ein nachdenklich machendes, interessantes und lesenswertes Buch, das mit einer minimalistischen Handlung, die sehr gut die japanische Gesellschaft beschreibt auskommt.

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