Der Jude der Kaiserin

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Wien um 1670: Barocke Herrlichkeit und bittere Armut prägen die Stadt. Kaiser Leopold I. leidet nicht nur unter Geldmangel für seine Feldzüge, er braucht auch dringend einen Thronfolger. Nur Leibarzt Pedro de Rojas kann der verzweifelten Kaiserin Margarita Teresa helfen. Der jedoch hat ein gefährliches Geheimnis: Er ist ein spanischer Converso, ein konvertierter Jude, der seinen Glauben im Geheimen praktiziert. Die katholische Kaiserin will die Juden aus der Stadt vertreiben, sie hält sie für die Ursache allen Übels. Wird es Don Pedro und seiner Geliebten, der Hebamme Esther, gelingen, das zu verhindern? Vladimir Vertlib verbindet Komödie und Drama zu einem großen Roman über Glaubenskämpfe und Standesdünkel, Hetze, Intrigen und Verrat, aber auch Liebe, Treue und tiefe Freundschaft.

Autor: Vladimir Vertlib ISBN: 978-3-7017-1821-4 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Residenz , 2026
Hardcover , 416 Seiten
Produkt-ID:10657

1 Bewertung für Der Jude der Kaiserin

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Schauplatz des Romans „Der Jude der Kaiserin“ ist das barocke Wien des 17. Jahrhunderts. Margarita Teresa stammte aus der spanischen Linie der Habsbuger. Durch ihre Ehe mit Leopold I. wurde sie 1666 römisch-deutsche Kaiserin. Die Hochzeit der beiden (sie war 15 Jahre alt, Leopold I. elf Jahre älter) wurde in Wien mit großem Prunk ein Jahr lang gefeiert. War doch die Verbindung des Paares lange geplant, weshalb der Madrider Hof über die Jahre drei Gemälde der Infantin von Velázquez anfertigen und nach Wien schicken ließ. Die Bilder zeigen Margarita Teresa im Alter von drei, fünf und acht Jahren und sind heute noch im Kunsthistorischen Museum in Wien zu besichtigen.
    Die erste Begegnung von Leopold und Margarita fand am Semmering/Schottwien statt “Zuerst sah sie nur seine Silhoutte und senkte sofort den Blick. Als sein Schatten ihre Zehenspitzen berührte, hob sie denn Kopf und schaute ihn an. … Weniger angenehm war der Speichelregen, der sich mit den Worten ihres Bräutigams über Margarita Teresa ergoss.“
    Margarita Teresa und Leopold I, die beiden realen Figuren in diesem Roman, werden von einer sehr facettenreichen fiktiven Personage umgeben, allen voran den Leibarzt der Kaiserin Pedro de Rojas, einem spanischen Converso – ein zum Christentum konvertierter Jude, der seinen Glauben im Geheimen praktiziert. Eine ebenso von Vladimir Vertlib erdachte Figur ist Esther, eine als Hebamme arbeitende Jüdin, die der kindlichen Kaiserin bei den Geburten zur Seite stehen soll. Wird doch von ihrem Mann die Geburt eines Thronfolgers mit Nachdruck erwartet.
    Die junge Kaiserin, die streng gläubig ist, schließlich möchte die Juden aus Wien vertreiben, gibt sie ihnen doch die Schuld an ihren Fehlgeburten. Nur ihr Leibarzt und Esther sind davon ausgenommen. Als Margarita Teresa nach ihrer fünften Fehlgeburt im Alter von nur 21 Jahren stirbt, sind auch Pedro und Esther in Österreich nicht mehr sicher.
    Vladimir Vertlib hat einen bildreichen und mitreißend erzählten Roman geschaffen, der auf sehr gut recherchiertem historischen Material basiert und die habsburgische Heiratspolitik anschaulich schildert. Die für die Romanhandlung erfundenen Erzählelemente sind in den gesellschaftlichen und politischen Kontext des 17. Jahrhunderts eingebettet und berichten von Glaubenskämpfen, Intrigen und Standesdünkeln, aber auch von Liebe, Freundschaft und Loyalität. 5 Sterne.

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