Der blutige Roman

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(1 Kundenrezension)

Ein gefälschtes Testament, ein Schatz auf Honolulu, ein Werwolf in den Fängen der spanischen Inquisition, und in Prag toben Anarchisten und Gespenster. Das sind nur ein paar der vielen Handlungsstränge dieses auf unzähligen Ebenen spannenden Romans, den der tschechische Graphiker Josef Váchal im Jahr 1924 in nur 17 Stück Auflage herausgegeben hat. 1970 wurde das Gesamtkunstwerk nachgedruckt, sofort verboten und erlangte dennoch Kultstatus. Gleich nach der Wende 1989 war Der blutige Roman ein Bestseller, wurde zweimal verfilmt und ins Französische und Russische übersetzt.
Nun erscheint er erstmals auf Deutsch.
Die kommentierte Übersetzung von Ondřej Cikán übernimmt nicht nur die versteckten sprachlichen Pointen, sondern auch den von sinnbildenden „Fehlern“ durchdrungenen Buchsatz.
Mit allen 79 Holzschnitten des Originals.

Autor: Josef Vachal ISBN: 978-3-903124-03-5 Kategorie: Schlüsselwort:
Ketos , 2019
Hardcover , 464 Seiten
Produkt-ID:7743

1 Bewertung für Der blutige Roman

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Rebecca Linden

    Der blutige Roman erschien in seiner deutschen Übersetzung im Jahr 2019 im Ketosverlag. Das Original von Josef Váchal erschien 1924.

    Auf den ersten Seiten wird dazu geraten das Vorwort des Romans zu überspringen und direkt zur Lektüre überzugehen.

    Die Kapitel des Romans sind kurz und wirken auf den ersten Blicken scheinbar wahllos aneinandergereiht, nach dem Lesen der ersten Kapitel erkennt der Leser einen roten Faden, der sich durch das Werk zieht. Es werden mit jedem weiteren Kapitel einen neuen Erzählstrang repräsentiert, der sich mit durch die Erzählung windet. Der Aufbau gleicht wie einem großen Flechtwerk, die einzelnen Stränge verbinden sich und trennen sich wieder. Der omnipräsente auktoriale Erzähler führt einem durch die Geschichte des Romans. Die vielen verschiedenen Erzählstränge nehmen im Werk ihren eigenen Lauf und scheinen sich „von alleine“ ohne großartiges Zutun des Autors zu entwickeln. Es schafft die Illusion, dass der Leser selbst wie ein Gott über das Geschehen wacht, aber nicht einzugreifen vermag. Die abgebildeten Holzschnitte sind zum größten Teil an „falscher Stelle“ platziert, sodass es zum durchblättern des Buches anregen soll. Das Buch entspricht am Anfang einem Chaos, welches sich erst, nach dem Einsteigen in den Roman einen Sinn ergibt. Erst mit dem Lesen erkennt der Leser, dass scheinbar wahllos erzählte Dinge in manchen Kapiteln ungemein wichtig für den Verlauf der Geschichte des Romans sind. Somit eignet sich das Buch zum mehrmaligen Lesen, da man bei jedem Leseverlauf immer wieder auf weitere Motive des Autors stößt. Die Art und Weise der Erzählung lässt sich nur schwer mit sogenannten „modernen Romanen“ in Einklang bringen, da der Roman so viel mehr enthält als einen „einfachen Erzählstrang“ und bei jedem Lesen etwas neues entdeckt werden kann. Die Art der Erzählung lässt sich nicht mit der von anderen Romanen vergleichen. Die Erzählung erinnert einen an eine Art Gebilde, in dem so vieles gleichzeitig vonstatten geht, sodass es auf einem Blick nicht zu erfassen ist. Aus dem Grund dürfte es schwierig sein das Buch in einem durchzulesen. Pausen in der Lektüre einzulegen und erst alles Revue passieren zu lassen, ehe man mit dem nächsten Kapitel beginnt sind aus mehreren Gründen zu empfehlen. Die Sprache des Buches ist ungewöhnlich gewählt und erinnert an eine vergangene Zeit. Der Übersetzer hat sich mit seiner Arbeit größte Mühe gegeben um den Geist und die Atmosphäre dieses Buches ins Deutsche zu übertragen und so aufleben zu lassen. Auch die sogenannten Fehler des Autors hat der Übersetzer mitübernommen, um den Leser auf gewisse Wichtigkeiten mancher Worte hinzuweisen. Die Übersetzung des Werkes ist in jedem Fall eine gute Übertragung des Sinnes und der Bedeutung des Werkes zugekommen. Zugleich nutzt der Autor als Erzähler ein gewisses Maß an Eigenironie, welches durch einige der Textstellen stark zum Vorschein kommt. An vielen Stellen erkennt der Leser, dass das Werk sich an einigen Stellen auf sich selbst bezieht und diskret über den Weitergang und über seine Entstehung spricht.

    Im Nachwort des Übersetzers wird noch einmal ausdrücklich auf die Arbeit dessen hingewiesen und somit transparent gemacht. Hier kommt der Übersetzer selbst zu Wort, erzählt von den Lebensumständen des Autors und erläutert die Schritte, welche er unternahm diese Arbeit nach seinem besten Wissen und Gewissen zur nahegehenden Perfektion auszuführen. Zudem lässt der Übersetzer den Leser auf eine humorvolle Weise an seinem Arbeitsprozess teilhaben, was dieses Nachwort von vielen anderen Werken so einzigartig macht.

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