Das Haus der Frauen

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In Paris steht ein Haus, das allen Frauen dieser Welt Zuflucht bietet. Auch der erfolgreichen Anwältin Solène, die nach einem Zusammenbruch ihr Leben in Frage stellt. Im »Haus der Frauen« schreibt sie nun im Auftrag der Bewohnerinnen Briefe – an die Ausländerbehörde, den zurückgelassenen Sohn in Guinea, den Geliebten – und erfährt das Glück des Zusammenhalts und die Magie dieses Hauses. Weil Solène anderen hilft, hat ihr Leben wieder einen Sinn. Doch wer war die Frau, die vor hundert Jahren allen Widerständen zum Trotz diesen Schutzort schuf? Solène beschließt, die Geschichte der Begründerin Blanche Peyron aufzuschreiben.

Autor: Laetitia Colombani ISBN: 978-3-10-390003-3 Kategorien: , Schlüsselworte: , ,
S.Fischer , 2020
Hardcover , 256 Seiten
Produkt-ID:4650

1 Bewertung für Das Haus der Frauen

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Wie in ihrem ersten Roman “Der Zopf” hat Laetitia Colombani auch bei diesem Roman zwei Lebensläufe miteinander verflochten; das Leben von Solène, einer jungen erfolgreichen Anwältin, die den Selbstmord eines Mandanten mitansehen musste. Sie stand neben ihm, als es sich nach dem belastenden Gerichtsurteil wegen Steuerhinterziehung in den Lichthof des Justizpalasts gestürzt hat. Sie stürzt in eine tiefe Depression. Auf Anraten ihres Psychiaters übernimmt sie in einem Frauenhaus die Aufgabe einer öffentlichen Schreiberin und kämpft sich damit ins Leben zurück.
    Parallel zu diesem Handlungsstrang, der in der heutigen Zeit spielt, erzählt Colombani von Blanche Peyron, die in den 1920er Jahren in Paris, gegen alle Widrigkeiten den “Palais de la femme” gründete, das erste Haus der Heilsarmee, in dem misshandelte oder vom Schicksal benachteiligte Frauen in Not, eine Unterkunft fanden.
    Zwei Leseproben aus dem Buch zeigen, das Engagement der Autorin für Andersartigkeit und die Vielfalt der Probleme, mit denen die Frauen zu kämpfen haben. Eine der Frauen bittet Solène um einen Beschwerdebrief. Sie hat damit Erfolg, der Frau werden zwei Euro zurückerstattet. „Ein Sieg, der zwei Euro mehr im Portemonnaie bedeutete, ein Sieg, der sie wärmte, der ein kleines Feuer in ihr entzündetet. Sie musste an die Prozesse denken, die sie erfolgreich geführt hatte, die Millionen, um die sich die gegnerischen Parteien gestritten hatten wie um einen Ball auf einem Rugby Feld.“

    Mit einem Fall, der weitaus mehr von Solène verlangt als einen Beschwerdebrief zu schreiben, wird sie konfrontiert, als ihr eine Frau aus Guinea berichtet, sie hätte ihren kleinen Sohn bei der Flucht zurücklassen müssen, um ihre Tochter vor der Genitalbeschneidung zu retten. Ein Brief an ihren zurückgebliebenen Sohn: „Sie sagt ihm, dass sie an ihn denkt, jeden Tag und jede Nacht, zu jeder Stunde. Dass sie sich vorstellt, wie er groß und stark und schön wird. Wie sehr es sie schmerzt, dass sie das nicht hautnah miterleben darf, aber in Gedanken ist sie immer bei ihm. Zehn Seiten, um die Liebe einer Mutter zum Ausdruck zu bringen, das war das Mindeste, was sie für Binta tun konnte. Binta studiert den Brief und greift nach Solènes Stift und schreibt unten auf die letzte Seite des Briefes ein Wort, das für sich genommen eine ganze Welt bedeutet: Mama.“

    Colombani schreibt über zwei Frauen, die Großes für andere Frauen bewirkt haben. In diesem bewegenden Roman setzt die Autorin Blanche Peyron ein Denkmal, in dem sie zeigt, wie sehr eine Arbeit, wie Blanche sie geleistet hat, heute noch notwendig ist.

    Claudia Marquardt hat den Roman aus dem Französischen übersetzt und den Sprachrhythmus ausgezeichnet getroffen. Leider gibt es nach wie vor die Prekarität von Frauen. Die Ursachen dafür sind haben sich jedoch in den vergangenen hundert Jahren nur geringfügig verändert bzw. sind neue hinzugekommen.

    Ein aktuelles (nicht feministisches) Buch mit unbedingter Leseempfehlung.

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