Wackelkontakt

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Bewertet mit 4.50 von 5, basierend auf 2 Kundenbewertungen
(2 Kundenrezensionen)

Funkenschlagend und spannend bis zum finalen Kurzschluss – der neue Roman von Wolf Haas
Franz Escher wartet auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt. Um sich die Zeit zu vertreiben, liest er ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo. Elio sitzt im Gefängnis und wartet auf die Entlassung. Er hat so viele Leute verraten, dass er um sein Leben fürchtet. Aus Angst liegt er nachts wach und liest ein Buch. Es handelt von Franz Escher. Der wartet auf den Elektriker. Seine Steckdose hat einen Wackelkontakt.
Wolf Haas’ neuer Roman zündet ein erzählerisches Feuerwerk: Was beginnt wie zwei halbwegs übersichtliche Lebensgeschichten, verwirbelt sich zu einem schwindelerregenden Tanz – mit einem toten Handwerker, familiären Verstrickungen und vielen ungelösten Geheimnissen, funkenschlagend und spannend bis zum finalen Kurzschluss.

Autor: Wolf Haas ISBN: 978-3-446-28272-8 Kategorie: Schlüsselwort:
Hanser , 2025
Hardcover , 240 Seiten
Produkt-ID:9541

2 Bewertungen für Wackelkontakt

  1. Bewertet mit 4 von 5

    Hans Marseille-Stalzer

    Im Klappentext wird bereits sehr viel von der Handlung verraten, die Geschichte selbst muss man sich dennoch selbst erlesen. Zwei Figuren bestimmen den Roman: Franz Escher, der, weil eine Steckdose in seiner Wohnung einen Wackelkontakt hat, auf den Elektriker wartet. Er liest ein Buch über den Mafia-Kronzeugen Elio Russo. Dieser sitzt im Gefängnis und wartet auf die Entlassung. Er hat so viele Leute verraten, dass er um sein Leben fürchtet. Auch er liest ein Buch. Zeitvertreib oder Angst, zwei Lebensgeschichten durch ein Buch verbunden?
    So einfach ist bei Wolf Haas nicht. Der Roman entwickelt sich als Vexierbild, vergleichbar mit den Abbildungen M.C.Eschers. Dessen perspektiven Täuschungen übernimmt Wolf Haas in seinen Handlungssträngen, er verschachtelt und verbindet auf schwer zu entdeckende Art Figuren und Motive.
    Taucht man weiter in den Roman (oder ist es ein Krimi?) ein, entwickeln sich zwei Plots. Ob man diese auch selbstständig lesen könnte, ist an dieser Stelle nicht wichtig. Allein der Lesespaß zählt. Ein zunächst etwas verwirrend scheinendes Buch, wird zu einem tempo- und erlebnisreichen Zeitvertreib.

  2. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Er ist Trauerredner, gescheiterter Schriftsteller und löst gerne Puzzles (nicht unter 1000 Teilen). Er, das ist Franz Escher (nicht zufällig nach dem Grafiker C.M. Escher und dessen optischen Täuschungen benannt), sitzt in der Küche und wartet auf den Elektriker, der eine Steckdose reparieren soll. Während Escher wartet, liest er ein Buch über den Ex-Mafioso Elio Russo. Der wiederum ist im Zeugenschutzprogramm und hat kurz vor seiner Entlassung eine neue Identität, Marko Steiner, bekommen. Auch Elio liest gerade ein Buch, in dem Franz Escher eine Hauptrolle spielt.
    Der Roman entpuppt sich als literarisch raffiniertes gebautes Gedankenspiel, bei dem Wolf Haas ein binäres Gebilde von zwei kongenial konstruierten Handlungen einführt. Als es für den handwerklich begabten Russo/ Steiner, der ein eigentlich ein guter Elektriker ist, zu einer schicksalhaften Begegnung mit der defekten Steckdose kommt, nehmen die Dinge ihren Lauf. Die beiden Lebensentwürfe bewegen sich aufeinander zu, seien es Puzzle oder Möbiusband – das ist den Leser:innen überlassen.
    Inhaltlich herausfordernd, da Leserin/Leser die Sprünge zwischen den beiden Figuren nicht aus den Augen verlieren darf, steigert Haas kontinuierlich das Tempo der Geschichte, um parallel den Abstand zwischen den Protagonisten und ihren Geschichten zu verringern.
    Hervorzuheben ist das humorvolle Spiel mit der Sprache des Autors. Ausgedrückt durch die Figur des Elio Russo alias Marko Steiner, der Deutsch von einem Knastbruder lernt. „Geklaut. Gestohlen. Entwendet. Ich musste nur kurz verschwinden, da war das Rad verschwunden.“
    Das Ende des Romans ist – wie für Wolf Haas typisch – überraschend und regt dazu an, die Geschichte noch einmal von vorne zu beginnen. Möglicherweise hat man ja etwas in der Endlosschleife der ineinander verschlungenen Handlungen überlesen.
    Absolute Leseempfehlung für 2025.

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