Über die Toten nur Gutes
Was kommt in Glücksburg an der Ostsee nach dem Tod? Eine Rede von Mads Madsen. Nicht immer leicht: Wenn einer stirbt, wird auch viel gelogen. Über die Toten nur Gutes, heißt es, aber wer waren sie wirklich? Für Mads oft ein Detektivspiel. Eines Nachts erreicht ihn eine geheimnisvolle Botschaft aus dem Jenseits: Sein alter Freund Patrick ist tot. Sein letzter Wunsch: eine Rede von Mads. Also begibt sich Mads, der seit Jahren keinen Kontakt mehr zu Patrick hatte, auf die Spuren der Vergangenheit. Schnell stellt er fest: Patrick war alles andere als der nette Junge von nebenan. Warum musste er wirklich sterben? Bald findet sich Mads inmitten eines Netzes aus Geheimnissen und Lügen wieder, das nicht nur ihn, sondern auch die bedroht, die er am meisten liebt: seinen verschrobenen Vater Fridtjof, seinen frisch verliebten besten Freund, den Beerdigungsunternehmer Fiete, seine treue Malteserhündin Bobby. Und die Einzige, die ihm helfen könnte, die ewig schlecht gelaunte Hauptkommissarin Luisa Mills, hält ihn für einen Aluhutträger. Mads wird klar: Die nächste Rede, die er schreibt, ist seine eigene. Es sei denn, ihm gelingt ein letzter Trick.


Lieselotte Stalzer –
Der Roman „Über die Toten nur Gutes“ – oder sollte man das Buch als Krimi bezeichnen – wird von dem Trauerredner Mads Madsen erzählt. Er bereitet gerade zum dritten Mal die Beerdigung seines Vaters vor, denn sein Vater ist noch nicht tot; ein Testlauf, denn sein Vater will seinen letzten Weg genau geplant gehen. Gestorben ist jedoch sein Jugendfreund, für den er ,auf dessen Wunsch, eine Trauerrede schreiben soll. Die beiden Freunde haben sich lange nicht gesehen und Mads muss Informationen sammeln, um beim Begräbnis etwas vortragen zu können. Doch seine beharrlichen Fragen sind vielen Personen unbequem und damit fangen für Mads Probleme an. Wie und womit hat sein Freund Patrick die letzten Jahre verbracht? Dem lateinischen Sprichwort „Über die Toten nur Gutes“ folgend, versucht Mads Madsen Patricks Leben zu rekonstruieren, muss aber feststellen, dass dieser nicht nur der freundliche und nette Junge von damals war.
Bereits das Cover macht neugierig auf das Buch von Andreas Izquierdo: ein kleiner weißer Hund hebt das Bein an einem Sarg. Somit ist schnell klar, dass es in diesem Roman nicht todernst zugeht, sondern launig, mit feinem Humor. Die Geschichte ist sehr gut aufgebaut und entwickelt sich zu einem spannenden Showdown im letzten Drittel des Krimis. Die Charaktere, auch die der Nebenfiguren, sind lebendig beschrieben.
Mads Madsen ist kein klassischer Held, aber er vereint Humor und Ernsthaftigkeit in diesem Roman, bei dem die Frage nach den Menschen, die wir mit dem Tod zurücklassen auf sehr kurzweilige Art gestellt und beantwortet wird. Ein kurzweiliges Buch (nicht zuletzt auch wegen der Malteserhündin Bobby).