Firewatch
Robin kennt den Mörder seines besten Freundes. Und wenn die Polizei ihn nicht überführt, wird er es tun.
Ein Jahr zuvor: Aaron übernimmt bei einem Ferienjob die Firewatch in einem kalifornischen Nationalpark. Stationiert im Firetower nebenan: Der gleichaltrige Schriftsteller Kian, der eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf Aaron ausübt – obwohl er spürt, dass Kian etwas verbirgt. Für ihn verlässt Aaron heimlich seinen Posten – und kehrt nie zurück. Als die Ermittlungen eingestellt werden, fasst sein bester Freund Robin einen riskanten Plan: Er will Kian daten, um sein Vertrauen zu gewinnen und Aaron zu rächen.
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Lotte Nowotny –
Wird ein neues Buch von Colin Hadler angekündigt, kann man sein Erscheinen kaum mehr erwarten. „Firewatch“ ist ein Thriller, temporeich und an einem für viele Leser:innen unbekannten atmosphärischen Schauplatz angesiedelt.
Im Mittelpunkt der Handlung steht Robin, der den Tod seines Freundes Aaron aufklären will. Er glaubt den Mörder seines besten Freundes zu kennen und wenn die Polizei ihn nicht überführt, … Er geht davon aus, dass der Schriftsteller Kian der Mörder Aarons sein ist.
Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen: der Gegenwart, erzählt von Robin, und der Zeit kurz vor Aarons Verschwinden. Rückblende, vor einem Jahr: Aaron übernimmt bei einem Ferienjob die „Firewatch“ in einem kalifornischen Nationalpark. In einem zweiten Firetower ist der gleichaltrige Kian stationiert, der eine große Anziehungskraft auf Aaron ausübt. Eines Tages verlässt Aaron heimlich seinen Posten, um Kian kennenzulernen. Seitdem ist er verschwunden. Robin fasst einen riskanten Plan. Er will Kian daten, um die Wahrheit herauszufinden und Aaron zu rächen.
Colin Hadlers Schreibstil ist knapp und erzeugt einen temporeichen Plot mit vielen Twists. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen und den Schauplätzen sowie die mehrdimensional charakterisierten Protagonisten, erzeugen einen für den Autor typischen Sog. Die Verbindung zwischen einer queeren Liebesgeschichte und einem spannenden Thriller ergeben einen mitreißenden Roman. Vielleicht ist damit auch ein neues Literaturgenre entstanden, von dem man gerne mehr lesen möchte. Absolute Leseempfehlung.
Rebekka Linden –
Der Thriller entpuppt sich als eine Suspensegeschichte mit einer großen Prise an Emotionalität und Romantik. Die Liebesgeschichte, die zum Thriller gehört, gibt dem Buch noch eine größere Zielgruppe. Die Kapitel sind kurz gehalten und geben dem Leser so die Möglichkeit, sich schnell einzufinden. Zudem bieten diese kurzen Kapitel einen angenehmen Lesefluss. Die Handlung folgt dabei nicht chronologisch. Immer wieder tauchen kürzere Rückblenden auf, die der Leser aber leicht folgen kann, da durch die Kapitelbenennung gut einzuteilen ist. Die Rückblenden zudem spielen eine entscheidende Rolle bei der sich aufbauenden Spannung.
Die Schreibweise ist einfach gehalten, jedoch ist es schwierig die verschiedenen Personenperspektiven anhand des einheitlichen Schreibstils festzumachen. Dies kann aber auch als eine Art Absicht gesehen werden, da es so für den Leser schwieriger ist, hinter die erstellte Fassade zu blicken und den Fall selbstständig zu lösen. Tatsächlich sorgt diese Ungewissheit beim Leser für das richtige Maß an Spannung. Die Fusion zwischen Romance und einem Suspense Thriller ist ungewöhnlich, aber gut gelungen. Was zu erwähnen ist, dass es sich bei der Liebesgeschichte um eine Queere handelt, was das Buch zusätzlich noch von anderen abhebt. Auch muss erwähnt werden, dass es in diesem Buch zu expliziten Szenen kommt. Bei dem Protagonisten handelt es sich um einen jungen Mann, der den Verbleib seines besten Freundes aufzuklären versucht. Während die Polizei die Ermittlungen bereits eingestellt hat, greift dieser zum letzten Strohhalm und wächst dabei über sich selbst hinaus. Zugleich muss aber auch gesagt werden, dass es sich bei diesem Wandel der charakterlichen Züge nicht unbedingt positive Entscheidungen entwickeln. Allerdings sind die Entscheidungen des Protagonisten zu einem gewissen Maß nachvollziehbar und teils auch verständlich. Der Leser verfolgt die Handlungen des Protagonisten, die letzten Eindrücke des Vermissten und weitere kurze Kapitel, bei denen der Leser sich nicht im Klaren ist, von wem oder was sie eigentlich handeln. Ohne große verräterische Hinweise versucht der Leser das Rätsel zu lösen und erhält dabei noch eine Liebesgeschichte, die eigentlich nicht hätte sein dürfen.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass dieser Roman gefühlt beide Genre zu etwas Neuem zusammengefügt hat, dem sich der Leser kaum entziehen kann. Beide Zielgruppen fühlen sich in einem Maße angesprochen, dass es seinesgleichen sucht. Zudem gibt die Liebesgeschichte dem Leser auch eine Spur von Ruhe während des Nervenkitzels.