Ein Tisch am Fenster

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Märchenhafte und doch wahre Geschichten aus einem besonderen Restaurant

Seit bald 40 Jahren stehen sich zur Mittagszeit in einer unscheinbaren Kölner Straße Menschen die Füße platt, lugen durch ein verhangenes Schaufenster und warten darauf, an einen zauberhaften Ort vorgelassen zu werden. Das Le Moissonnier ist ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnliches Sternerestaurant und zugleich der Schauplatz so unzähliger wie unwahrscheinlicher Geschichten.

Seine eigentliche Geschichte beginnt Anfang der 80er-Jahre, als Vincent und Liliane, beide aus Frankreich stammend und Berufseinsteiger im Gastronomiegewerbe, sich in Berlin über den Weg laufen. Im Nu nimmt eine Liebesgeschichte ihren Lauf und führt nach weiteren Lehrjahren und einem Umzug nach Köln zur Gründung eines eigenen Bistros.

Wie von einem modernen Märchen erzählt dieses Buch von einer bescheidenen Idee und den Hürden einer Existenzgründung in der Fremde, von den Mühen des Aufstiegs und vom Zauber des Erfolgs. Wir lesen von auffälligen und unauffälligen Gästen, von den abenteuerlichsten Seiten der Arbeit mit Menschen in der Gastronomie und von den Grundlagen der gehobenen Küche. Denn das Buch macht auch vor der Schwingtür zum Allerheiligsten nicht halt: mit einer verblüffenden Offenheit berichtet es von der raffinierten und dabei zutiefst sinnlichen Arbeit einer Sterneküche.

Autor: Vinvent Moissonnier ISBN: 978-3-462-00624-7 Kategorien: , Schlüsselworte: ,
KiWi , 2025
Hardcover , 336 Seiten
Produkt-ID:10100

1 Bewertung für Ein Tisch am Fenster

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    „Den ganzen Vormittag über sind die Menschen zügig an den Schaufenstern vorbeigelaufen, … Jetzt da es auf Mittag geht, ändert sich das. Aus Passanten werden Interessenten. … Sie blicken hoch zum Schriftzug „Le Moissonnier“, besprechen sich und schauen auf die Uhr. … Die Ansammlung auf dem Bürgersteig, das Huschen des Personals, die Küchengeräusche – all das sind Anzeichen für ein nahendes beben – den Mittagsservice.“ Die Menschen vor dem Restaurant stehen seit fast vierzig Jahren zur Mittagszeit in einer unscheinbaren Kölner Straße und warten mehr oder weniger geduldig, das Restaurant betreten zu dürfen. Und sie als Leserinnen und Leser, können sich auf ein tolles Buch freuen. Es wird ihnen auch das Wasser im Mund zusammenlaufen, wenn Herr Moissonnier und sein Küchenchef die tollsten Gerichte ausschweifend beschreiben.

    Die Geschichte des Ehepaars beginnt Anfang der 1980er Jahre. Sie fanden eine Ruine (so das gleichnamige Kapitel), „sahen die schönen raumteilenden Bögen unter der Decke“ und unterzeichneten den Pachtvertrag. Vincent und Liliane, beide aus Frankreich stammend und Berufseinsteiger im Gastronomiegewerbe. Das Buch erzählt ihre eigene Lebensgeschichte („Wo Liliane und ich herkommen“, „Hochzeit im Dom“) und den Menschen, denen sie begegnet sind: Gästen wir Personal. Zum Personal gehört Eric Menchon, der Küchenchef, dessen Credo u.a. „Kein gutes Gericht ohne eine gute Sauce und keine Sauce ohne Fond“ lautet. „Am Anfang ist der Fond“ ist eines der Kapitel, in dem man die Basis gehobener Küche erahnen kann. Es folgen noch weitere, die sich mit notwendigen Handgriffen und Routine in einer gut funktionierenden Küche beschäftigen. Moissonnier betont, dass ein gutes Restaurant zu führen eine Teamleistung und ein täglicher Hochleistungssport ist, der so oft unterschätzt wird.

    Vinvent Moissonnier widmet sich plaudernd seinen außergewöhnlichen Gästen. Nur 0,1 Prozent seien schwierig, wobei es meist die französischen Gäste gewesen seien. Und wie schaut es generell mit den Manieren am Tisch aus? Diese hätten sich im Laufe der Jahre sehr geändert (sic!)

    Beim Lesen des Buches haben Sie garantiert einen „Tisch am Fenster“ ergattert und gustieren die Speisekart und die edlen Weine. Es ist ein Buch, das Genuss und Geschmack erfahrbar macht, Menschen und deren Eigenheiten ans Tageslicht bringt und einen Wohlfühlort beschreibt. Zusammenfassend: Es ist ein sehr persönliches Werk. Erfolg, aber auch Verzicht und auch die Kunst (die nicht immer gelingt) sich nicht selbst zu verlieren.

    Das besondere Ende: Moissonnier für zu Hause, ein Anhang mit Rezepten, die man nachkochen kann. Und mein Schluss für die Rezension? Eine Bestellung von Cremant und Muscadet in der angeschlossenen Weinhandlung des Ehepaars Moisonnier.

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