Die Bücherjägerin
Sarah ist Bücherjägerin, Kartensammlerin und Restauratorin, sie liebt Manuskripte und alte Landkarten und kann generell besser mit Büchern als mit Menschen umgehen. Seit dem Tod ihrer Tante Amalia, die sie und ihre Schwester aufgezogen hat, lebt Sarah zurückgezogen in deren Kölner Villa mit dem wild sprießenden Garten. Ihre einzige Gesellschaft: die Schildkröten Bonnie und Clyde. Das ändert sich, als Benjamin, ein junger Bibliothekar aus London, vor der Tür steht. Er bittet Sarah, ihm beim Finden einer alten römischen Straßenkarte zu helfen – ein Auftrag, den Amalia kurz vor ihrem Tod angenommen hatte. Sarah zögert, dann tut sie es doch und fährt mit Ben in seinem alten Auto los, im Gepäck zwei Schildkröten, einige Atlanten und viele Fragen. So machen sie sich auf eine Reise, die sie nach Frankreich und England führt, in die Welt der Bücher und Karten, in Amalias Vergangenheit – eine Reise, die ihr Leben verändern wird.
Softcover


Rebekka Linden –
Der Roman beschäftigt sich mit einer jungen Frau, welche in ihrem Leben schon viele Verluste erlitten hat und ihre Zuflucht in Büchern findet. Gerade Vielleser können sich eventuell in ihr wiederfinden. Die Kapitel sind kurz, teilen das Buch gut ein und die Sprache ist einfach und dennoch sehr unterhaltsam gehalten, sodass der Leser förmlich durch die Handlung getragen wird. Das Buch handelt von einer Protagonistin, welche den Tod ihrer Tante, ihrem Fels in der Brandung, überwinden muss und dabei auf das Abenteuer ihres Lebens stößt. Die Protagonistin scheint mit ihrem Verhalten neurologische Diversität aufzuweisen, was sie in gewisser Weise noch sympathischer erscheinen lässt. Natürlich wird diese Diversität nicht erwähnt, lediglich angedeutet und auch gibt es keine Diagnosen, dennoch ist es für den Leser in gewisser Hinsicht auffällig, wenn auch im positiven Sinne. Je mehr der Leser über die Vergangenheit der Protagonistin erfährt, desto auffälliger erscheint es. Durch die Ich-Perspektive erlebt der Leser die inneren Kämpfe der Protagonistin hautnah mit und erweckt so auch eine Art der Verbundenheit. Auch wenn der Roman das Abenteuer, welches der Protagonistin aufwartet, als Hauptthema hat, so entdeckt der Leser viele kleine Handlungen, welche sich neben der Haupthandlung perfekt aneinanderreihen und das Buch so zu einer Geschichte machen, welche vom wahren Leben nicht besser hätte geschrieben sein können. Die Autorin legte einen großen Wert auf die Authentizität und Realitätsnähe und lässt dieses Buch ungleich realistischer wirken.
Abschließend kann gesagt werden, dass dieses Buch eine sogenannte verwandte Seele zu Buchliebhabern darstellen kann. Die Protagonistin wirkt ungemein sympathisch und einnehmend auf den Leser. Zugleich gibt auch die Verhaltensweise der Protagonistin dem Leser zu denken, gibt diesem eine gewisse Achtsamkeit mit auf dem Weg. So gesehen, handelt es sich bei dem Buch um einen perfekten Begleiter für Leser, welche ein gutes Buch der Gesellschaft vorziehen, da es auch die Lehre enthält, dass auch das reale Leben voller Abenteuer steckt.