Die Assistentin

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Eine Karriere als Musikerin – das war eigentlich Charlottes größter Wunsch. Aber jetzt ist es ja eh zu spät, und sie muss sich um einen vernünftigen Job kümmern, schon wegen der Eltern. Sie findet eine Stelle in einem Verlag, auch nicht schlecht, und München ist eine schöne Stadt, vor allem im Sommer.

Im Vorzimmer des Verlegers sitzt Charlotte ganz nah am Zentrum der Macht. Dass der seine Assistentinnen oft auswechselt, kriegt sie schnell mit. Aber sie entwickelt ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, der ihre Stärken erkennt, ihr vertraut. Und dafür muss sie eben viel in Kauf nehmen, sehr viel, vielleicht auch selbst mit harten Bandagen kämpfen, vielleicht ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Vielleicht sogar Bo verlieren, in den sie sich doch gerade erst verliebt hat …

Autor: Caroline Wahl ISBN: 978-3-498-00770-6 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Rowohlt , 2025
Hardcover , 360 Seiten
Produkt-ID:10254

1 Bewertung für Die Assistentin

  1. Bewertet mit 3 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Charlotte heißt die Protagonistin Caroline Wahls aktuellem Roman „Die Assistentin“. Obwohl sie Karriere als Musikerin machen will, nimmt sie der Eltern wegen einen Job an, eine Stelle als Assistentin in einem Münchner Verlag. Ugo Maisé, der Verleger wechselt seine Mitarbeiterinnen sehr oft aus und in der schriftlichen Kommunikation teilt er Obstemojis zu – Charlotte bekommt eine Erdbeere. Sie werden bombardiert mit Arbeitsaufträgen, deren Sinn mehr erfühlt, als verstanden werden muss, obwohl es ein Handbuch für den Umgang mit ihm und seinen Wünschen gibt. Darin steht u.a., dass er seine Nudelsuppe ohne Nudeln serviert bekommen muss und auf keinen Fall mit einem biegsamen Löffel.

    Als neue, zweite, Assisitentin hält Charlotte die ersten Wochen durch, dafür muss sie aber auch viel in Kauf nehmen. Sie ist ehrgeizig und giert nach Lob und Anerkennung. „Aber manchmal wollte Charlotte auch, dass sich sein Zorn auf einen anderen Menschen als sie richtete, und sie berichtete dem Verleger auf sein Nachfragen hin, wer denn oft im Homeoffice war und wer regelmäßig in den Verlag kam. Sie wusste es schließlich ganz genau, weil sie jeden Tag da war.“

    In diesem Roman geht es also um strukturellen Machtmissbrauch und Grenzüberschreitungen, die auf den ersten Blick für Leser:innen und Leser nur zu erahnen sind, nicht aber offensichtlich stattfinden. In den kleinen Grenzüberschreitungen, die man durchaus schon als MeToo bezeichnen könnte (die wiederholte Erwähnung des Verlegers über Charlottes Stiefel ….) verfängt sich die aus Köln stammende Assistentin immer mehr.

    Der Großteil des Romans erzählt in einem unpersönlichen und kalten Schreibstil von der Arbeit Charlottes im Verlag und den trostlosen, zurückgezogenen Wochenenden in ihrer Wohnung nahe der Isar. Sie wirkt immer irgendwie schwach und v.a. unterwürfig, auch bei ihren Eltern, die
    Ihre Sorgen im Berufsleben nicht ernst nehmen, denn schließlich habe sie ja jetzt einen vernünftigen Beruf.

    Leider wird Charlotte in dieser Handlung nicht zu einer lebendigen Figur, mit der man sich identifizieren kann. Etwas Emotion kommt am Ende der Handlung auf, als Caroline Wahl ihre Figur endlich dazu bringen kann, die richtige Entscheidung zu treffen und in die Musikbranche eintaucht.

    „Die Assistentin“ ist ein zeitgemäßer Roman, der die Themen der Selbstoptimierung und Abhängigkeit vom Arbeitgeber aufgreift. Trotz dieser aktuellen Themenwahl des Roman erzeugt z.B. die siebenmalige Wiederholung „dazu später mehr“ Distanz sowohl zur zentralen Figur, als auch zur Handlung. Eine schneller Emanzipation Charlottes wäre ebenfalls wünschenswert gewesen. Nicht der beste Roman Caroline Wahls.

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