Am Götterbaum

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Am Götterbaum

Roman

Hans Pleschinski

gebundene Ausgabe
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eBook (ePUB)
17,99

An einem Abend im April 2019 macht sich die Münchner Stadträtin Antonia Silberstein auf den Weg zu einer Ortsbesichtigung der besonderen Art. In ihrer Begleitung: die Schriftstellerin Ortrud Vandervelt und die Bibliothekarin Therese Flößer. Das Ziel des launigen Spaziergangs der drei Frauen: die hinter einer Mauer versteckt liegende, einstige Villa eines großen Vergessenen. Antonia Silberstein hat verwegene Pläne für diese Villa, aber sie braucht den guten Rat eines Experten.

Schon auf dem Spaziergang sind sich die Frauen, zwischen Autos, Passanten, Verkehrsinseln mäandernd, uneins über Rang, Werk und Vermächtnis des Mannes, dessen einstige Behausung sie in ein spektakuläres Kulturzentrum verwandeln könnten: Paul Heyse. Der erste echte deutsche Literaturnobelpreisträger (1830 – 1914), hochgeehrt, liberal, ein schöner Mann mit einer liebenswerten Ausstrahlung, Autor von Romanen, Theaterstücken und nicht zuletzt 180 Novellen, ist so vergessen, dass in München vor allem eine Unterführung an ihn erinnert. Hat er das verdient? In seinem neuen Roman erzählt Hans Pleschinski kenntnisreich, scharfzüngig und komisch von Heyses Leben und Werk, von Ruhm und Vergänglichkeit und dem stets bedrohten Reichtum der Kultur in einer sich verschleißenden Welt. Mit einem genauen Blick auf die Gegenwart entfacht er in spritzigen Dialogen ein höchst unterhaltsames Feuerwerk.

Autor: Hans Pleschinski ISBN: 978-3-406-76631-2 Kategorie: Schlüsselworte: ,
C.H.Beck , 2021
Hardcover , 280 Seiten
Produkt-ID:6036

1 Bewertung für Am Götterbaum

  1. Bewertet mit 4 von 5

    Lotte Nowotny

    An einem föhnigen Abend im Frühjahr 2019, vor dem neugotischen Rathaus soll eine Ortsbesichtigung beginnen, „die sogar noch gewichtiger, epochaler werden [könnte], als ihr schwante. Antonia Silberstein ist Stadträtin für bauliche Planung und macht sich, in Begleitung der Schriftstellerin Ortrud Vandervelt und der Bibliothekarin Therese Flößer auf den Weg zur, hinter einer Mauer versteckt liegenden, Villa des ersten deutschen Literaturnobelpreisträgers Paul Heyse.

    Der Weg führt durch die Innenstadt Münchens: Theatiner- und Briennerstraße, über den Karolinenplatz, Passanten, Verkehrsinseln, Luxusgeschäfte. Die Bibliothekarin ist erschöpft und lässt sich auf dem Sockel des Obelisken nieder, sie hat mit einer Skiverletzung am Bein zu kämpfen. Schließlich erreichen die drei Frauen die Villa. Auch der angekündigte Heyse Experte Professor Bradford und sein Ehemann Deng Long (Betreiber von Schönheitssalons) sind endlich aufgetaucht. „Wir hätten jetzt gerne unsere Ruhe. Freundlich, aber deutlich wies sie der städtischen Kommission, … den Weg nach unten. Sie werden von uns hören. Antonia Silberstein lächelte bemüht.“

    Gut recherchiert erzählt Hans Pleschinski von dem Mitte der 2010er Jahre entfachten Streit um den Erhalt der Paul Heyse Villa und damit auch die Diskussion über den Wert des Nachlasses des Dichters, dessen Werk in zahllosen Zitaten über dem Roman schwebt.

    In einer lebendigen Dramaturgie verknüpft Hans Pleschinski Fakten, dort wo sie dem Fortgang des Romans dienen, erlaubt er sich erzählerische Freiheiten. Er erzählt davon was hätte werden können (ein beeindruckendes Kulturzentrum von internationalem Rang), aber nicht entstanden ist und wirft dabei einen kritischen Blick auf die kulturelle Landschaft von heute.

    Die Figuren – nicht nur die den Roman tragenden Frauen, sondern auch die Nebenfiguren – sind hervorragend gezeichnet und stehen für Stadt, Kultur, Investoren und nicht zuletzt für ihre Bewohner, umgesetzt auch in sehr treffenden Dialogen.

    Dieses Buch hat einen Nachteil, der sich bei längerer Überlegung für manche Leserin, manchen Leser auch als Vorteil herausstellen mag. Zeugen die oft überbordenden Ausschnitte aus Heyses Werk von großem Wissen Pleschinskis über dessen Schaffen, so macht es das Lesen des Romans etwas mühsam. Allerdings eröffnet es auch die Möglichkeit, einige der 180(!) Novellen Heyses nachzulesen. Sie sind heute eine literarisch kaum bekannte Welt für sich.
    „Gardone Riviera wird die Villa von Paul Heyse …“ Ein Ende, das nicht nur die Stadträtin Silberstein perplex zurück lässt.

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