Vermissen auf Japanisch
Vollkommen überraschend verliert Kyoko ihren Ehemann Levi. In San Francisco allein gelassen mit einem Berg Schulden, einem abgebrochenen Studium und ihrem zweijährigen Sohn Alex muss sie lernen, mit der Lücke umzugehen, die Levi hinterlassen hat – was gar nicht so einfach ist, wenn die eigene Familie weit entfernt in Tokio lebt und ihre Sprache keine Vokabel für das Wort »vermissen« kennt. Doch zum Glück gibt es Kyokos Mitbewohnerin Mi Cha, die weiß, wie es sich anfühlt, zwischen zwei Welten zu leben, und vor allem Bubbe, ihre heißgeliebte jüdische Schwiegermutter, mit der Kyoko trotz aller Unterschiede offen über ihre Wut und Trauer sprechen kann. Mit ihrer Schwäche für Wahrsagerinnen, Bananentorte und ausgedehnte Familienbesuche wirbelt Bubbe Kyokos Routine durcheinander und ermuntert sie, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.


Lieselotte Stalzer –
“Vermissen auf Japanisch” ist ein einfühlsamer Debütroman, der die Trauer und die Herausforderungen einer spanischen Einwanderin in den USA thematisiert, die nach dem Verlust ihres Mannes lernt, mit ihrer neuen Realität umzugehen.
Zurückgelassen in San Francisco mit ihrem kleinen Sohn Alex und einem Berg Schulden, muss sie sich mit der emotionalen Lücke auseinandersetzen, die ihr Mann hinterlassen hat. Besondersbemerkenswert ist, dass es im Japanischen kein direktes Wort für “vermissen” gibt, was Kyokos innere Konflikte und Trauer verstärkt.
Kyoko wird von ihrer jüdischen Schwiegermutter und ihrer Mitbewohnerin Mi Cha unterstützt, die beide unterschiedliche Perspektiven und kulturelle Hintergründe mitbringen. Die Schwiegermutter ermutigt Kyoko, über ihre Gefühle zu sprechen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, was zu einer wichtigen Entwicklung in Kyokos Charakter führt.Die Beziehung zwischen Kyoko und Bubbe, der Schwiegermutter, ist komplex und zeigt, wie kulturelle Unterschiede in der Trauerbewältigung eine Rolle spielen können.
Der Roman ist in einem sehr herausfordernden Stil geschrieben. Er wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sowie zwischen den beiden Kulturen, der westichen und der asiatischen. Dies ermöglicht es der Autorin, Kyoto in ihrem inneren Kampf und ihren Gesdanken darzustellen.
Für Lesende, die die japanische Kultur lieben, ist dieses Debüt eine Bereicherung. Andere Leser:innen müssen sich wahrscheinlich erst an die episodische Erzählform und die kulturellen Besonderheiten herantasten. Dann allerdings, wird der Roman auch für diese Leserschaft ein Leseerlebnis, das zum Nachdenken anregt.