Tod zur Teestunde
Susan Ryeland, Lektorin außer Dienst ist nach London zurückgekehrt. Sie arbeitet jetzt für einen kleinen Verlag, und auf ihrem Tisch ist das Manuskript eines jungen Autors namens Eliot Crace gelandet: Atticus Pünds letzter Fall. Die Geschichte handelt vom überraschenden Tod der schwerreichen Lady Chalfont, die anscheinend von einem Familienmitglied vergiftet wurde.
Zu Susans Überraschung stellt sich heraus, dass Eliot Crace der Enkel der weltberühmten Kinderbuchautorin Miriam Crace ist, die 15 Jahre zuvor verstarb – ermordet, vergiftet, wie Eliot behauptet. Je weiter Susan in die Story eintaucht, desto klarer wird ihr, dass Eliot in Atticus Pünds letzter Fall die Geschichte seiner eigenen Familie und des Todes seiner Großmutter erzählt. Zugleich verhält er sich immer merkwürdiger, wird zunehmend aggressiv – und dann wird er bei einem Unfall mit Fahrerflucht getötet. War es Mord? Plötzlich ist Susan die Hauptverdächtige, und erschrocken wird ihr klar, dass sie das selber aufklären muss, um nicht das nächste Opfer zu werden …


Lieselotte Stalzer –
Anthony Horowitz hat mit „Tod zur Teestunde“ den dritten Teil einer fesselnden Krimireihe vorgelegt. Dieses Buch wird, wie die beiden vorherigen, von Susan Ryeland erzählt, einer Londoner Lektorin erzählt, die mit dem Krimiautor Alan Conway – einem bösartigen Mann, der schließlich ermordet wurde – an seinen Büchern zusammengearbeitet hat. Ihr Versuch, in Kreta glücklich zu werden scheitert, und Susan Ryeland kehrt nach England zurück, wo sie als freiberufliche Lektorin bei Causton Books einen Job angeboten bekommt. Sie soll dem jungen Schriftsteller Eliiot Crace dabei unterstützen, die Serie um den bekannten Detektiv Atticus Pünd fortzuführen, die Alan begonnen hat. Susan möchte zwar diese Arbeit nicht annehmen, denn die Arbeit mit dem Verstorbenen war schwierig und führte nicht nur zu dessen Tod, sondern auch bei Susan zu beinahe tödlichen Verletzungen. Aber sie nimmt an, da sie das Honorar braucht. Susan erhält die ersten Kapitel des Romans Pünds letzter Fall und stellt fest, dass Eliots Schreibstil und Methode, Anagramme im Roman zu verwenden Alans Arbeitsweise nachahmt, um Verbrechen und Skandale darzustellen.
Auf Drängen einer alten und schwer kranken Bekannten, Margaret Chalfont, reist Atticus zu ihrer Sommerresidenz nach Südfrankreich. Doch als er eintrifft, ist Margaret tot; vergiftet. In der anschließenden Untersuchung finden sich mehrere Hinweise auf den vermeintlichen Mörder. (Aus dem Manuskript von Eliot Grace)
Während Susan tiefer in den aktuellen Roman eintaucht, entdeckt sie, dass Eliot Grace der Enkel der berühmten Kinderbuchautorin Miriam Crace ist, die vor zwei Jahrzehnten plötzlich verstorben ist. Aufmerksam geworden auf das erste von drei Anagrammen, die Eliot heimlich in sein Manuskript eingebaut hat, fragt Susan ihn nach all diesen Parallelen, deren Enthüllung sicherlich den Rest der Familie beunruhigen und wahrscheinlich den großen Deal mit Netflix gefährden würde, den Eliots Onkel, der Familienverwalter Jonathan Crace, verhandelt.
Die Situation eskaliert, als Eliot bei einem Unfall ums Leben kommt, und Susan zur Haupt-verdächtigen um dessen Tod wird. Um nicht selbst das nächste Opfer zu werden, muss sie den mysteriösen Autounfall, der zum Tod von Eliot geführt hat, selbst aufklären.
Die Charaktere sind sowohl psychologisch und kleidungsmäßig sehr gut gezeichnet. In ihren Handlungen spiegeln sie beides in perfektem Einklang wider. Der Roman enthält als Binnenhandlung jene Manuskriptseiten, die Eliot bereits fertiggestellt hat. Sie entspricht der Detektivarbeit von Atticus Pünd, während die Rahmenhandlung Susans Lektorat, Recherche und Zusammenarbeit mit Eliot und seiner Familie beschreibt. Horowitz gelingt das nicht nur schlüssig, sondern auch meisterhaft und mit einigen überraschenden Wendungen erzählt.
Mit einem letzten überraschenden Twist schließt der, mit 570 Seiten zwar sehr umfangreiche, aber dennoch hervorragende Kriminalroman von Anthony Horowitz. Einer der besten Romane 2025.