Lieferdienst
Lieferdienste bringen dir alles, was du willst – und das binnen Minuten. Doch ein Geschäft machen nur Zusteller, die besonders schnell und besonders skrupellos sind. Tom Hillenbrands brillanter neuer Thriller erzählt von einer Welt, in der Kuriere bis an die Zähne bewaffnet sind – und Lieferdienste mehr Macht haben, als wir uns vorstellen können.
Neu-Berlin, irgendwann in der Zukunft: Arkadis Arbeitgeber Rio ist darauf spezialisiert, Bestellungen per 3-D-Drucker herzustellen und unverzüglich auszuliefern. Der Druck ist enorm: Sobald etwas geordert wird, egal ob Spielekonsole oder Zahnpasta, beginnt ein gnadenloser Wettlauf aller Lieferdienste um die schnellste Zustellung.
Die Fußsoldaten dieses brutalen Wettbewerbs sind so genannte Bringer. Auf Hoverboards sausen Arkadi und andere Kuriere durch die Stadt und versuchen, die Konkurrenz mit allen Mitteln auszustechen.
Eines Tages bittet ihn ein Kollege, einen Auftrag für ihn zu übernehmen. Kaum hat Arkadi die Lieferung übernommen, muss er mitansehen, wie sein Kollege stirbt. Der junge Kurier gerät in einen Strudel von Ereignissen, aus dem er sich kaum mehr befreien kann: Arkadi soll seltsame Sonderaufträge ausführen und seine Chefetage interessiert sich plötzlich sehr für ihn. Kann er die mysteriösen Lieferungen zustellen, bevor ihn die Marketing-Drohnen der Konkurrenz aus der Luft holen?


Lieselotte Stalzer –
Tom Hillenbrand ist ein vielseitiger Autor. Er schreibt Kriminalromane ebenso wie historische und, wie das aktuelle Buch, auch Science-Fiction Romane. „Lieferdienst“ ist eine gesellschaftskritische Dystopie, in der wir uns aber gegenwärtig schon auf den Weg gemacht haben.
Schauplatz des Romans ist Neu-Berlin, irgendwann in (naher) Zukunft. Der Protagonist, Arkadis, arbeitet bei einem Lieferdienst, der Bestellungen aller Art per 3D Drucker herstellt und diese schnellstmöglich liefert. Denn: Sobald etwas geordert wird, egal ob Spielekonsole oder Zahnpasta, beginnt ein gnadenloser Wettlauf aller Lieferdienste um die schnellste Zustellung. Aufträge werden an mehrere Lieferdienste vergeben, wer zuerst bei den Kunden ankommt, macht den Deal: Flatrates für Schuhe, Anprobierandroiden, Essenslieferungen und niemand muss dafür seine Wohnung verlassen. Der Produktionsüberschuss wird unbekümmert in Kauf genommen.
Arkadis ist ein sogenannter Bringer, der mit seinem Hoverboard, Waren ausliefert, und mit allen Mitteln versucht, die Konkurrenz auszuschalten. Eines Tages bittet ihn sein Kollege Airbox, eine Bringer Legende (!), einen Auftrag für ihn zu übernehmen. Kaum hat Arkadi die Lieferung übernommen, muss er mitansehen, wie sein Kollege ermordet wird. Im Laufe der Handlung kommt er einer neuen Technologie auf die Spur und wird selbst zum Ziel im tödlichen Wettkampf der Lieferdienste wird.
Arkadis’ Vater gehört zu jener Generation, die noch in Geschäften einkaufen und die den sogenannten Fortschritt kritisch sehen. Auch sein türkischer Freund Ufuq ist reagiert gelassen auf die neuen Kaufumstände, während Arkadis immer versucht möglichst gut („geil“) abzuliefern und seinem Arbeitgeber zu dienen.
Mit „Lieferdienst“ har Tom Hillenbrand wieder einen fesselnden, gesellschaftskritischen Roman geschrieben; diesmal über Konsumwahn, Kaufsucht aus Langeweile, ein schneller Klick „Bestellung abschicken“ und der Konsument ist glücklich. In diesem dystopischen (?) Roman wird unser Konsumverhalten überspitzt dargestellt. Temporeich sind nicht nur die Geschehnisse in diesem Buch, sondern auch die Sprachgeschwindigkeit, die sich mit nahendem Höhepunkt der Handlung ebenfalls steigert.
In Europa haben Häuser verschiedene Dächer, was die Lieferungen über den Highway in der Luft erschwert. Zur Vorbereitung einer Horrorvision ist dieses Buch jedoch bestens geeignet.