Frühstück bei Fortuna
Zuerst spalteten wir Atome, jetzt spalten wir Atome und Zellen. Die anerkannte Stammzellenforscherin will bei diesem Spaltungswahn nicht länger mitmachen. Sie versucht lieber, missglückte Zellveränderungen ihrer Kollegen rückgängig zu machen um den Preis des Verschwindens aus der wissenschaftlichen Community.


Lieselotte Stalzer –
Reichart entwirft den Roman anhand zweier Handlungslinien, in denen Vergangenheit und Gegenwart der Wissenschaftlerin aneinander prallen. Sie erzählt nicht nur von Zellspaltungen, sondern auch von der Zerrissenheit der sensiblen Forscherin: ihrem Bedürfnis nach Ungebundenheit und dem Wunsch nach Zweisamkeit. Auf der Metaebene wird die Hauptfigur zur Beobachterin aktueller politischer Veränderungen („Das Unvorstellbare klopft an die Türen: Die EU könnte an den rechten Populisten und unfähigen Machthabern genauso zerfallen wie an … der mangelnden Solidarität der Mitgliedsländer“) und gesellschaftlicher Umbrüche, die sie mikroskopisch genau analysiert.
Lieselotte Stalzer –
geringer Bestand