Troja, später Nachmittag

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Ein packender, psychologisch nuanciert erzählter Roman über den Aufstieg Heinrich Schliemanns zum Star-Archäologen<br/><br/>Von Ankershagen in die Welt: Als der junge Heinrich in seinem mecklenburgischen Heimatdorf zum ersten Mal von der ‘Ilias’ hört, ahnt er noch nicht, dass dieses Buch sein Leben entscheidend prägen wird. Doch aus dem Pfarrerssohn, der sich vor den Schlägen des Vaters in Träumereien flüchtet, wird einmal der Weltstar Heinrich Schliemann werden, der Entdecker des mutmaßlichen Troja und Begründer der modernen Archäologie. Als Kaufmann häufig auf Reisen, verschlägt es ihn von Amsterdam über Sankt Petersburg, Sacramento und Panama bis nach Griechenland, wo sich Schliemann auf die fieberhafte Suche nach dem Palast des Odysseus begibt. Halt findet er stets im Austausch mit seiner Kindheitsfreundin und großen Liebe Minna Meincke – Minna, die einen anderen Mann geheiratet hat und zu der trotz vieler Kilometer Entfernung die Nähe nie abreißt.In rasantem Tempo und voller Witz zeichnet Gregor Sander das bewegte Leben der Ausnahmeerscheinung Heinrich Schliemann nach. Ein opulenter, sinnlicher und spannungsreicher Roman über das Suchen und Finden.

Autor: Gregor Sander ISBN: 978-3-328-60508-9 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Penguin , 2026
Hardcover , 320 Seiten
Produkt-ID:11137

1 Bewertung für Troja, später Nachmittag

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Die Ruinen von Troja sind heute ein UNESCO-Welterbe. Die lange Geschichte der Stadt Troja vereint historische Realität, archäologische Forschung und mythologische Erzählung. Gregor Sander hat in „Troja, später Nachmittag“ diese faszinierende Verschmelzung von Geschichte und Legende aufgegriffen und die Lebensgeschichte Heinrich Schliemanns nachgezeichnet, beginnend in seinem mecklenburgischen Heimatdorf Ankershagen, wo er erstmals von der „Ilias“ hört, seinen Reisen, seine Erfolge als Kaufmann und Archäologen. Die Werke Homers sind dabei seine Bibel, ohne die er nicht auf Reisen in alle Welt geht.

    Mit knapp 50 Jahren ist Schliemann ein gemachter Mann. In Russland hat er enorme Gewinne durch den Handel mit dem Farbstoff Indigo verzeichnet, in Kalifornien vervielfacht er sein Vermögen Jahre später während des Goldrauschs. Womit Heinrich im jeweiligen Land konfrontiert war, hat Sander Sachbüchern entnommen und in „Troja, später Nachmittag“ verarbeitet. Sein Reichtum ermöglichte es ihm, ausgedehnte Reisen auf den Spuren der Antike zu unternehmen.

    Schliemanns Suche nach dem Palast des Odysseus in Griechenland in einer der beiden zentralen Handlungsstränge. Im zweiten wird seine Beziehung zu Minna Meincke, seiner Kindheitsfreundin und großen Liebe erzählt, die trotz anderer Lebenswege eine emotionale „Viel lieber würde ich dieses sagenumwobene Troja mit seinen prächtigen Mauern wiederentdecken und es der ganzen Welt präsentieren. … Was ist die Belagerung von Sewastopol gegen die zehnjährige Belagerung von Troja? Für mich gibt es keinen Zweifel, dass Troja auf Erden gestanden hat. Die Frage ist nur, wo?“

    Gregor Sanders Charaktere sind plastisch und angreifbar. Schliemann ist ein Visionär, ein Träumer, der sich trotz gesellschaftlicher Widerstände (er selbst vermisst humanistische Bildung) seinen Weg bahnt und zu Reichtum kommt. Minna ist der emotionale rote Faden des Romans.

    Für seinen Roman hat Gregor Sander nicht nur umfangreiche Recherchen unternommen, sondern hat auch die antiken Orte bereist und ist immer wieder in den Geburtsort Schliemanns Ankershagen zurückgekehrt.

    Die Erzählstil ist opulent und sinnlich. Die Dialoge sind unterhaltsam, auch eine der Hitze in Troja geschuldete imaginierte Unterhaltung zwischen Zeus und Athene über Schliemann selbst.

    Gregor Sander ist ein Spiel mit erdachter Wirklichkeit gelungen, das nicht nur Romanleser:innen begeistern, sondern auch bei Historiker:innen Anklang finden wird.

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