Privatsache Handtasche

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(2 Kundenrezensionen)

Egal ob sie sich ein sündhaft teures Designertäschchen unter den Arm klemmen oder einen bunten Baumwollbeutel vom Flohmarkt über die Schulter hängen – Frauen lieben ihre Taschen heiß und innig und hüten sie wie einen Schatz. Einen Griff in ihre Handtasche empfinden sie als Verletzung ihrer Intimsphäre. Sie ist selbst für ihre engsten Vertrauten tabu.
Für Jean-Claude Kaufmann aber öffneten einige Frauen bereitwillig ihre Taschen und gewährten ihm einen Einblick in deren Innenleben. Natürlich entdeckte der französische Soziologe mehr als Ausweise, Geld, Schlüssel, Mobiltelefone, Kugelschreiber und Lippenstifte. Dem Spezialisten in der Kunst, scheinbar banale Dinge wie Wäsche, Bikinis oder Kochtöpfe zum Sprechen zu bringen, offenbarten die vielen Zettel, Steine, Pillen, Kinderspielzeuge und Herrenbrieftaschen, dass Frauen vor allem Liebe mit sich herumtragen.
Die praktische Begleiterin, die sie und ihre Lieben vor den Gefahren des Alltags schützt, ist eine Erweiterung des Körpers, ein Teil des Selbst, den die Trägerin vor allem dann bemerkt, wenn er ihr abhandengekommen ist. Gleichzeitig ist die Tasche aber auch ein Instrument der Selbsterfindung und Selbstinszenierung, mit dem ihre Besitzerin sich im Rampenlicht sonnt, sich von anderen abgrenzt, ihr Selbstwertgefühl steigert und verführt. Die Tasche macht die Frau, sie ist Attribut der Weiblichkeit, spiegelt Identitätsfacetten, markiert Wendepunkte in der Biografie, enthält ein ganzes Leben. Sie ist alles – nur kein gewöhnliches Accessoire.

Autor: Jean-Claude Kaufmann ISBN: 978-3-86764-333-7 Kategorie: Schlüsselwort:
UVK , 2012
Softcover , 198 Seiten , 1. Auflage
Produkt-ID:525

2 Bewertungen für Privatsache Handtasche

  1. Lieselotte Stalzer

    Je länger man in Kaufmanns Buch liest, desto mehr treten Anekdoten von (französischen) Frauen in den Vordergrund. Kaufmann analysiert nicht, stellt keine soziologischen Betrachtungen an. Er beobachtet. Den Erzählungen der Frauen wird jedoch viel zu wenig Raum gegeben. Anstatt das Buch in 22 Kapitel zu gliedern, die näher betrachtet von den Taschen erzählen und weniger von deren Trägerinnen, wäre es besser gewesen, nur einige Schilderungen zu veröffentlichen, die (nicht nur) weibliche Leser zum schmunzeln bringen und Männern das Mysterium Handtasche näher bringen.
    Den meisten Frauen dürfte ohnehin bekannt sein, was sich in Handtaschen alles befindet oder verstecken kann: Geldbeutel, Schminktäschchen, Handy, Familienfotos, Einkaufszettel alte Kassenzettel, To-do-Listen, Champagner-Korken, Kaugummi, Tampons, aus Zeitschriften herausgerissene Rezepte, Fahrscheine aus dem letzten Urlaub … so viele Dinge, wie es Handtaschenträgerinnen auf der ganzen Welt gibt.

  2. Bewertet mit 3 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Für passionierte Handtaschenkäuferinnen ein nettes Buch.

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