Ich durfte nie den Hamlet spielen

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Für den dänischen Prinzen sei er nicht „germanisch“ genug. Deshalb hat man dem jüdischen Schauspieler Luc Bodtmar die Rolle des Hamlet verweigert. Sie hat ihn seit seinem ersten Theaterbesuch gefesselt, und ihretwegen ist er Schauspieler geworden. Er besteht nun darauf, den Shylock zu spielen. Mit dieser Figur verteidigt er sein Menschenrecht gegen den Antisemitismus seiner Umwelt und erreicht den Höhepunkt seiner Karriere. Die fiktive Geschichte von Luc Bodtmar ist angeregt durch das Lebensschicksal von Luzie Eger-Schiege, der die Nazis das Tanzen verboten und die nach dem Krieg eine gefeierte Sängerin jiddischer Lieder wurde.

Autor: Reinhard Großmann ISBN: 978-3-95631-697-5 Kategorie: Schlüsselwort:
Shaker Media , 2018
Softcover , 94 Seiten
Produkt-ID:4515

1 Bewertung für Ich durfte nie den Hamlet spielen

  1. Bewertet mit 5 von 5

    Lieselotte Stalzer

    Die Rassengesetze im „Dritten Reich“ verwehren Luc Bodtmar eine Karriere als Schauspieler. Die Rolle des Hamlet, eines sensiblen in ein shakespearsches Beziehungsdrama verwickelten Helden, kann und darf Bodtmar im realen Leben nicht spielen.
    Er bewirbt sich auf eine Stellenanzeige als Telefonist in einer Radio-Großhandlung und erhält diesen Posten weil seine ausgebildete Stimme „bei Kunden einen guten Eindruck“ macht. Obwohl er „Mischling“ ist, wird er kurz vor Kriegsende als Zwangsarbeiter rekrutiert.
    Bald nach Ende des Zweiten Weltkriegs tritt er einer Schauspieltruppe bei und übernimmt in Hamlet die Rolle des Laertes unter er Bedingung, in der nächsten Theaterproduktion den Shylock in „Der Kaufmann von Venedig“ spielen zu dürfen. Mutig inszeniert der Regisseur dieses als antisemitisch geltende Stück. Bodtmars Shylock kämpft um die Rechte, die seine Gegenspieler für sich in Anspruch nehmen. Diese neue Interpretation des jüdischen Kaufmanns wird ein Erfolg.
    Vorbild für den fiktiven Schauspieler Luc Bodtmar war das Schicksal der Tänzerin Luzie Eger-Schiege, die nach dem Krieg eine gefeierte Sängerin jiddischer Lieder wurde.
    Großmann gelingt es, eine Familienaufstellung zu gestalten, die dem Naziregime trotzen kann; nicht weil es keine realen Bedrohungen in der Familie gibt, sondern weil die Figuren menschlich handeln. „Ich durfte nie den Hamlet spielen“ ist ein kurzer empathischer Roman, der, ohne darauf zu drängen, gegen das Vergessen dieser Zeit anschreibt.

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