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Die Wand

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(2 Kundenrezensionen)
Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmittten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.
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Autor: Marlen Haushofer Kategorien: , Schlüsselwort:
Donauland Lizenz von Kremayr & Scheriau , 1998
Hardcover , 276 Seiten
Produkt-ID:4733

2 Bewertungen für Die Wand

  1. Lieselotte Stalzer

    Buch in gutem Zustand, leichte Gebrauchsspuren

    Foto des Verkäufers

  2. Bewertet mit 5 von 5

    El.H

    Eine literarische Assoziation mit der Isolation in der Krise
    Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ (erschienen 1963) wird angesichts der erzwungenen Isolation für manchen Leser neue Facetten gewinnen. Wer den Text in der Zeit der atomaren Aufrüstung las, realisierte wohl die Bedrohung, doch konnte er sich noch immer die Überzeugung bewahren, man könne und werde etwas gegen diesen Wahnsinn tun, und er ging auf die Straße. Außerdem hoffte man, „die da oben“ würden es zuguterletzt nicht wagen, denn es gab nichts zu gewinnen.
    Jetzt ist es anders: Die existentiell Bedrohung ist da. Sie ist allgegenwärtig; jeder fühlt sich ohnmächtig und ausgeliefert wie die Protagonistin des Romans. Dass es einen oder im Roman vielleicht mehrere Schuldige gibt, ist für die Frau und für uns irrelevant. Schuldzuweisungen helfen nicht weiter. Die Frau hat zwar die Natur, die vielen von uns versperrt ist, aber ihre Isolation ist absolut: Es gibt keine Menschen in ihrer Welt hinter der Wand. Weckte diese Tatsache während einer früheren Lektüre etwas wie „interessantes Grauen“, so kann der heutige Leser sie nur zu gut nachfühlen. Er macht auch die Erfahrung, dass Isolation zum Tun drängt, und glücklich jeder, der diesem Drang nachkommen kann.
    Jeder Mensch, der jetzt allein lebt, weiß um den Wert des Haustieres und befindet sich in diesem Gefühl in tiefster Übereinstimmung mit der Frau im Roman. Dass die Protagonistin jenen „letzten“ Menschen, der ihre Tiere umgebracht hat, in glühender Wut erschlägt, kann der heute isolierte Mensch eventuell besser verstehen.
    Noch ein Aspekt des Romans kann uns zum Denken bringen: Der Mensch wird in der Existenzkrise nicht zwanghaft besser. Die Frau tut zwar absolut alles für jene, die sie liebt (die Frau wird fast eins mit ihren Tieren), mordet aber, ohne mit der Wimper zu zucken und fühlt keinen Funken Reue. Die Beseitigung des Leichnams ist ihr in erster Linie eine lästige Mühe. Fragen von Gut und Böse werden unwichtig. Sind wir isoliert, können wir nichts Böses tun.
    Zuguterletzt entmenschlicht die Isolation. Der Protagonistin bleibt nur mehr die Katze, die ihr Spiegelbild wird. So wie das Tier wird sie zunehmend ein Bestandteil der Natur.
    Was vermutlich bleibt, ist die Tatsache, dass der Roman auf vehemente Ablehnung oder eine ebenso starke Begeisterung stößt.

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