Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen

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Irgendwo in Osteuropa sitzt Gheorghe Marinescu Anfang des 20. Jahrhunderts beim Barbier, als der selbsterklärte Robin Hood der Gegend in den Laden stürmt und die beste Klinge des Friseurs verlangt. Gheorghe Marinescu überschlägt geschwind den Reichtum des Räubers und bietet ihm zwei echte Revolver statt des Barbiermessers an. Sein Plan ist perfide und funktioniert. Vorläufig. Der schnauzbärtige Bandit kommt – wie vorgesehen – elendiglich ums Leben, verflucht aber Gheorghe Marinescu samt all seiner Nachfahren bis ins Jahr 2000. Der böse Fluch lastet schwer auf der Sippe Marinescu, es helfen nicht die Wallfahrt nach Jerusalem, keine Gebete noch Tricks. Er trifft den Erstgeborenen jeder folgenden Generation, und die Frauen versuchen vergeblich, Männer und Söhne zu retten: Maria die Versaute, Maria die Hässliche, Ana die schöne Hexe oder Margot die Schlange. Irina Teodorescus Debüt ist burlesk und ernst, absurd und poetisch, es durchquert in Hochgeschwindigkeit ein ganzes Jahrhundert. Die turbulenten Volten dieser ebenso verrückten wie tragischen Familiensaga bewegen sich dabei auf einer nur angedeuteten historischen Folie: Zwei Weltkriege, Juden- und Zigeunerhass, Beginn und Ende des Kommunismus, Armut und Unfreiheit werden unauffällig miterzählt.
Ein wunderbar heiteres und melancholisches Buch.

Autor: Irina Teodorescu ISBN: 978-3-8031-3273-4 Kategorie: Schlüsselworte: ,
Wagenbach , 2015
Softcover , 144 Seiten , 1. Auflage
Produkt-ID:957

1 Bewertung für Der Fluch des schnauzbärtigen Banditen

  1. Bewertet mit 5 von 5

    “Mizzi” Maria Riedl

    Das temporeiche literarische Debüt der jungen rumänischen Autorin Irina Teodorescu durchwandert in den acht Generationen der Familie Marinescu das 20. Jahrhundert. Die Figuren spiegeln die großen Themen und Probleme wider: Antisemitismus, Antiziganismus, „den Geschichten von blauem Blut und dreckigem Blut“, Kommunismus, die Auswanderung nach Amerika, der Traum vom besseren Leben. Die Sprachmelodie des Romans ist den zeitlichen Entwicklungen und den Generationen, angepasst. Dadurch gewinnt der Streifzug durch das vergangene Jahrhundert an Beiläufigkeit, auch weil die Proponenten des Marinescu-Clans und deren Auseinandersetzungen im Vordergrund bleiben.
    Originell und unterhaltsam, bevölkert mit Figuren, die sich mit aller Kraft und möglichen Tricks der Instanz des „schnauzbärtigen Banditen“ entgegenstemmen.

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